An die Insuliner unter uns

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • An die Insuliner unter uns

      Liebe Insuliner-

      es sieht so aus, als käme ich nicht drumrum wieder Insulin zu spritzen.

      HbA1c 8,7 nach einer echten Influenza im zweiten Quartal (unter LOGI fast ohne Stufe 3 und 4, BMI 25,6, Dreierkombi mit Victoza, Metformin und Glimepirid und ausreichend Bewegung). Nach Erhöhung der Victoza Dosis im ditten Quartal und keinerlei Ausflügen nach Stufe 3 und 4: 7,4. Super gesenkt, aber immernoch zuviel und ich habe meine Möglichkeiten ausgeschöpft.

      Ich habe ein recht ausgeprägtes Dawn-Syndrom und komme vom hohen Nüchtern Bz tagsüber nicht mehr zufriedenstellend runter. Das war bisher vor der Influenza anders, da lag mein Hba1C bei 6,7/6,9. Man kann spekulieren, ob der Virus Betazellen zerstört hat, aber damit kommen sie auch nicht wieder!

      Die Idee ist jetzt (off-Label) Levemir am Abend und Victoza einzusetzen.

      Hat jemand von Euch mit der Kombi Erfahrung, bzw. wie gehts euch mit Insulin und LOGI? Und mögt Ihr mir von den einzelnen Therapieansätzen erzählen?

      Mir grauts ein bisschen :S , ich hab das letzte Mal unter Insulin, rund 10 kg zugenommen, das war aber vor LOGI und ich werde LOGI sicher weitermachen!
    • Hallo Mel,

      ich finde es gut, dass du den Schritt zu Insulin wagst. Am besten wäre gleich der Schritt zu ICT.

      Die Befürchtung, dass du durch Insulin zunimmst, ist nicht begründet. Es ist nicht so dass das Insulin dick macht, sondern es sind die KH die mit dem gespritzten Insulin besonders gut verarbeitet werden. Wenn du dich trotzdem weiter LOGIsch ernährst, dürfte das Insulin sich nicht groß auf dein Gewicht auswirken.

      Die Kombination Victoza (oder dann besser Bydureon) mit einem Langzeitinsulin würde ich für gut halten. Es passt vom Wirkmechanismus her bestens zusammen und ich habe schon positive Berichte von Leuten gelesen, die das gemacht haben. Das Problem ist, dass die Kombination nicht zugelassen und evtl. nicht auf Rezept zu haben ist. In einem Bericht wurde auch davon gesprochen, dass das Insulin privat bezahlt werden musste. Das klingt zwar erst mal schrecklich, aber z.B. mit 8 IE täglich, mit denen du wahrscheinlich auskommst, bleibst du noch unter 10 € pro Monat.

      Du brauchst nur einen Arzt, der da mitspielt und dir Victoza und Insulin (evtl. nur als Privatrezept) verschreibt. Dem müsstest du dann nachweisen können, dass du deinen BZ gut im Griff hast und mit Selbstmessung regelmäßig kontrollierst. Außerdem hilft es dir vielleicht, wenn darauf hinweist, dass die Kombination Byetta/Lantus in den USA vor kurzem zugelassen wurde (siehe hier). Ich würde es an deiner Stelle versuchen und wünsche dir viel Erfolg bei den Verhandlungen mit deinem Arzt.

      LG Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 - ohne Medis
    • Moin Mel,

      stimme Reiner voll zu. Denn Du hast keinen nennenswerten Erfolg mehr mit dem Standardmittel zum Antreiben der Insulin-Ausgabe. Da ist also nur noch wenig Rest, und auf dessen ausreichende Größe sind nun mal Victoza & Co voll angewiesen. Mag ja sein, dass es noch ein paar Monate in Kombination mit Lantus gehen könnte, aber das Hinausschieben der ICT macht neben dem immer längeren und höheren grenzwertigen BZ das Eingewöhnen in den gesunden Umgang mit den Insulinen ja nicht einfacher. Denn dabei hilft ja auch jedes noch verfügbare eigene Insulin.

      Häufig kommt es hier im Forum rüber, als wenn der Gebrauch oder gar die Notwendigkeit von Insulin für ne verkorkste Typ2-Behandlung und ne bedenkliche Zukunft stehe. Dem will ich an dieser Stelle wieder mal energisch widersprechen. Nicht nur, weil Insulin sehr viel bewährter ist als ein Mittel wie Victoza und die restlichen Betas nicht erdrückend überlastet, wie Glimepirid, sondern weil das fortschreitende Schwinden der Betas beim Typ2 bislang weder erklärt noch nachweislich gestoppt werden konnte.

      LOGI funktioniert so toll, weil es im Vergleich zum DGE-Standard den Insulin-Bedarf senkt und gleichmäßiger gestaltet und damit die restlichen Betas entlastet, so dass die wenigeren länger ausreichen und, so zumindest der gute Anschein, sehr viel langsamer weniger werden. So viel langsamer, dass hin und wieder auch der Eindruck von Stoppen entstehen mag. Wenigstens wenn man damit schon beim Prädiabetes anfängt. Nur gibt es dafür bislang nicht einmal aussagefähige Einzelresultate, weil bisher 10 und mehr LOGI-Jahre noch sehr selten sind und weil Anfänge schon mit Prädiabetes in der Vergangenheit nicht einmal von sehr fortschrittlichen Ärzten unterstützt wurden.

      Niemand sollte daher enttäuscht sein, wenn's auch mit extrem LOGI nur noch mit Insulin funktioniert. Denn LOGIaner sind unter den Insulinern klar im Vorteil, wenn es um das Halten vom Gewicht und das Einhalten vom gesunden BZ geht :)

      Daumendrück, Jürgen
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • Moin Herbert,

      nicht glauben, sondern messen. Und auch da sind wir als Insuliner wieder im Vorteil. Denn wir bekommen einstweilen noch so viele Teststreifen, wie wir für eine ordentliche Blutzucker-Steuerung brauchen.

      Und wenn Mel jetzt Deinem Rat folgt und mit dem Einverleiben Deiner Empfehlungen für ihren gesunden Blutzucker manchen Tag oder insgesamt weniger bis gar kein Insulin mehr braucht, kann sie doch super entsprechend drauf verzichten.

      Natürlich hast Du mich jetzt neugierig gemacht. Wie gesund ist denn nun mit diesen Produkten Dein HBA1c? Und welchen Wert misst Du 1 Stunde nach dem Genuss einer Scheibe von dem Brot, das so gut für den Blutzucker sein soll?

      Bin neugierig, Jürgen
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • Lieber Rainer, lieber Jürgen-

      auf solche mutmachenden Antworten hatte ich gehofft! :100: Danke auch dafür dass ich hier nicht als gescheitert dastehe, ich fühl mich ein bisschen so, trotz LOGI und Sport und Gewichtsabnahme und Disziplin....

      Mein Diabetologe scheint bereit, mir die Kombi von Insulin und Victoza off label zu verordnen, ich habe kein Problem mit dem off label thema, schon garnicht wo die FDA das ganze (Victoza plus Levemir) bereits zugelassen hat. Er wollte sichs nochmal überlegen, ich habe in zwei Wochen den nächsten Termin. Wir kennen uns schon länger, beruflich bereits bevor ich Diabetikerin wurde, und er ist meinen Therapievorschlägen sehr offen gegenüber, ich muss ihn nur vom "offlabeln" überzeugen, glaub ich. :D Sollte ich das Insulin dann selber tragen müssen, werde ich das, das ist es mir wert.

      Rainer, wieso würdest Du dann die Kombi mit Bydureon wählen, in den Vergleichsstudien ist es dem Victoza nicht überlegen, oder gibts da schon Kombistudien mit Insulin?

      Und beta Glucane kann ich noch probieren, wenn mein HbA1c wieder in der Nähe von 6, 5 ist. Ich habe ne Weile in der Nahrungsergänzugsmittelindustrie gearbeitet und glaube diesen Studien eher nicht. Um Zimt wurde mal ähnlich gehypt....
    • Moin Mel,

      im Grunde handelt es sich bei Byetta, Victoza und Bydureon um den selben Wirkstoff. Er sorgt dafür, dass die Typ2-defekte Insulin-Bestellung der Darmhormone (Inkretine) wieder funzt, wenn Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf übergeben wird. Aber funktionieren können diese Mittel selbstverständlich nur dann, wenn noch ausreichend Beta-Zellen Insulin produzieren und gespeichert halten und auf die Bestellung ausgeben können. Und je länger dann die Wirksamkeit einer Spritze, desto weniger Wirkschwankungen behindern dann die Wirkung in dieser Zeit.

      Zu Deinem gescheiterten Gefühl: Wer weiß, dass der Grunddefekt auch beim Typ2 die Abnahme der Insulin produzierenden Beta-Zellen ist und dass deren Anzahl bei Erreichen der Diagnose-Grenzwerte für den Diabetes schon um die Hälfte und mehr gegenüber der eines gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters mit gleichem BMI und mit gleicher Insulinresistenz(!) geschrumpft ist, braucht sich keine Vorwürfe zu machen. Denn der weiß ja auch, dass er mit Sport und Abnehmen und Ernährung nur die Auswirkungen dieses mehr oder weniger langsam fortschreitenden und der 3 damit verbundenen Defekte mindern konnte. Und der gratuliert sich zu jedem Tag, den er auf diese Weise geschafft hat, denn es gibt keine zieführendere Vorbereitung/Vorleistung für den gesunden Ersatz des fehlenden Insulins aus dem Pen :)

      Bisdann, Jürgen
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • MelH schrieb:

      Rainer, wieso würdest Du dann die Kombi mit Bydureon wählen, in den Vergleichsstudien ist es dem Victoza nicht überlegen, oder gibts da schon Kombistudien mit Insulin?

      Hallo Mel,

      Wenn du dir schon die Studien angesehen hast, dann bist du weiter als ich. Ich habe mich bisher nur auf diese Aussage des Diabetologen Dr. Keuthage im Onmeda-Forum verlassen.

      Dr. Keuthage schrieb:

      Ab 1. September ist in Deutschland Exenatide 1x Wöchentlich verfügbar. Die Studien sprechen für eine deutliche Überlegenheit im Vergleich zu Byetta und Victoza. Vermutlich werden viele Personen umgestellt. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.

      Aber selbst wenn es nur genauso gut wirkt wie Victoza, würde schon die wesentlich bessere Handhabung für Bydureon sprechen, weil es nur einmal wöchentlich gespritzt werden muss.

      Bydureon ist kein vollkommen neues (und noch nicht erprobtes) Medikament. Es ist Byetta so verpackt, dass es kontinuierlich über die Woche freigelassen wird. Durch die kontinuierliche Freisetzung ist es auch zuverlässig zu jeder Mahlzeit verfügbar und müsste deshalb eigentlich besser wirken als Byetta.

      LG Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 - ohne Medis
    • Hallo Mel,
      vor der Kombination mit Insulin musst du auch keine Angst haben. Wenn du mit Bydureon anfängst wundere dich nicht, dass nicht sofort eine Wirkung eintritt. Es muss erst ein Spiegel im Körper erreicht werden. Dauert circa 14 Tage.

      Grüße
      Katti
      Be the change you want to see in the world!
      Mahatma Gandhi
    • Moin Rainer,

      Du hast recht: Byderion ist Byetta, das bisher bewährteste dieser Mittel, mit Wirkverlängerung. Trotz meiner Reserve gegenüber neuen Medis würde ich es am liebsten als erstes Mittel empfehlen, weil es die Darmhormone bei ihrer Insulin-Bestellung nach dem Essen unterstützt. Und je mehr Betas dann noch Dienst tun, desto gesünder die Unterstützung und desto wirksamer die Verringerung der postprandialen Spitzen und der zuvielen Glukose aus der Leber.

      Wenn der Organismus allerdings schon mit Sport und Abnehmen und erheblicher KH-Karenz und mit Victoza und mit dem gnadenlosesten noch verfügbaren aller Beta-Zell-Überlastungs- und Ablebensmittel Glimepirid nicht mehr ausreichend eigenes Insulin für den gesunden BZ schafft, würde ich nur noch bei älteren Betroffenen, denen ich die ICT mental nicht mehr zutraute, den Versuch mit so einem Inkretin-Mimetikum und Basal-Insulin gerechtfertigt sehen. Praktisch als Vorläufer für die CT, wo der Pflegedienst dann morgens und abends ein Mischinsulin spritzt.

      Bisdann, Jürgen
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • sorry für OT

      @jürgen

      ich liebäugel ja auch mit der "einmalinderwochenspritze"

      nehm ja seit august kein met mehr+wills auch eigentlich nimma schlucken
      allerdings merke ich schon,dass ich jetzt-wo die kältere jahrezeit daist
      1.,weniger bewegung daist
      2.,auch der gusto auf salat+rohkost....weniger wird
      also meine ernährungswünsche sich bissi ändern
      würde gerne mehr hülsenfrüchte also linsen,bohnen...essen+hin+wieder mal auch brot
      das heisst,dass mein BZ wohl auf dauer nichtmehr soooo gut haltbar sein wird
      werd mir was als logi-unterstützung überlegen müssen
      da würde mir das nur einmal in der woche was spritzen sehr sympathisch vorkommen
      "offiziell"nehm ich ja mein met noch
      also würden die vorraussetzungen als kombipräperat mit oraler medikation auch passen*g*
      zahlen würde mir das die kranke kasse wohl nicht-egal
      um die nebenwirkungen weiss ich
      spritzen wäre kein problem für mich
      wichtig ist halt für mich+meinen sehr unregelmässigen lebenstil,was zu haben
      das mir KEINE hypos beschert.
      was meinst,wäre das was für mich?
      momentan sind meine BZ werte gut,denke aber dass eben diese über den winter nicht haltbar sein werden.
      :107: bei kälte,nässe+grauhimmel-geht leider mental nicht für mich
      und mein fridolin(hometrainer)nervt gewaltig

      baba
      marion
      gib jedem tag die chance der schönste deines lebens zu werden
      drum halte dich fern von dingen und menschen,die dir nicht guttun

      :107: 2016 hat freufrau = elfchen 4625 :107:
    • Moin Marion,

      ich denke nicht, dass es OT ist. Denn mit Deinem Beispiel wird schön deutlich, in welchem Bereich Inkretin-Mimetika gut funktionieren und dass sie kein Insulin ersetzen können, wenn es fehlt. Deswegen kann man sich damit auch keine schweren Hypos machen, also solche mit Licht aus. Ob es unter unglücklichen Umständen für 60-50 reicht, kann allerdings nur die Erfahrung zeigen.

      Aus meiner Sicht ist Byderion wie für Dich gemalt, und ich würd's an Deiner Stelle unbedingt probieren :)

      Daumendrück, Jürgen
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • @Marion,

      du stehst noch ein ganzes Stück weiter am Anfang deiner Diabetesentwicklung als Mel. Wenn du das Glück hast und von deinem Doc Bydureon verschrieben bekommst, dann greife zu - zusammen mit der KH-reduzierten Ernährung reicht es bei dir ganz bestimt für eine vernünftige BZ-Führung aus.

      @Mel,

      ich halte die Kombination:
      1. LOGIsche Ernährung (hauptsächlichst Stufe 1 und 2) für eine flache BZ-Führung,
      2. Langzeitinsulin für eine basale Unterstützung und
      3. Inkretin Mimetikum für die Mahlzeitversorgung
      für so wirksam, dass das für dich eventuell die richtige Therapie sein könnte. Natürlich nur in Verbindung mit einer ausreichenden Wirksamkeitskontrolle nicht nur quartalsweise über den HbA1c, sondern mindestens wöchentlich durch ein Tagesprofil.

      Wenn der BZ mit der Kombination dann nicht gesund verläuft, dann darfst du nicht noch ewig abwarten und hoffen, dass es noch viel besser wird. Nach 6...8 Wochen ist klar, ob es bei dir ausreichend wirkt oder nicht und wenn nicht, dann brich das Experiment schnell ab und wende dich ICT zu. Die 8 Wochen Zeit hast du auf jeden Fall.

      LG Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 - ohne Medis
    • danke für die antworten
      ein :100: für jürgen+rainer

      anfang dezember hab ich meinen nächsten termin
      werd mirs mal durch meinen kopf gehen lassen
      und meinen doc befragen-ob er oder ob er nicht will*g*
      -ausser bei mir ändert sich wirklich schnell was zum negativen,dann hüpf ich eh früher hin.

      baba
      marion
      gib jedem tag die chance der schönste deines lebens zu werden
      drum halte dich fern von dingen und menschen,die dir nicht guttun

      :107: 2016 hat freufrau = elfchen 4625 :107:
    • Lieber Rainer-

      ja, ich denke das wird der Plan sein, Tagesprofile mache ich eh zwei in der Woche...

      Und zu abwarten bis zum nächsten HbA1C werde ich sicher nicht, dann eben wieder ICT...sniff. Ich bin erst 43 und finde eigentlich das hat noch Zeit....

      Ihr habt mir viele Gedankenanstösse gegeben, insbesondere der Punkt, dass ich mit wenig KH keine Angst vor einer erneuten Gewichtszunahme haben muss, eigentlich logisch ;) aber irgendwie hatte ich das ernährungsphysiologisch nicht vor Augen!

      Ein schönes Wochenende!
    • MelH schrieb:

      ... dann eben wieder ICT...sniff. Ich bin erst 43 und finde eigentlich das hat noch Zeit....

      Hallo Mel,

      versuche es mal anders zu sehen:

      "Ich bin erst 43 und will noch 50 Jahre gesund und ohne diabetische Folgeerkrankungen leben - da ist nur die beste Behandlung gut genug für mich. Dafür lohnen sich Aufwand und Kosten auf jeden Fall, die ich für eine gesunde BZ aufwenden muss."

      Ich weiß, dass das nicht so einfach ist. Aber wenn du richtig überlegst wirst du mir recht geben, dass man das so sehen muss.

      Ich drück dir die Daumen für dein Bydureon/Insulin-Experiment, Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 - ohne Medis
    • Hallo Mel,

      ich habe mir deine Frage nochmal durchgelesen und bin bei dieser Aussage

      MelH schrieb:

      Ich habe ein recht ausgeprägtes Dawn-Syndrom und komme vom hohen Nüchtern Bz tagsüber nicht mehr zufriedenstellend runter. Das war bisher vor der Influenza anders, da lag mein Hba1C bei 6,7/6,9. Man kann spekulieren, ob der Virus Betazellen zerstört hat, aber damit kommen sie auch nicht wieder!

      auf folgende Idee gekommen:

      Kann es eventuell sein, dass du LADA hast? Ich glaube nicht, dass bei einem Typ2-Diabetes durch eine einfache Influenza sehr viele Beta-Zellen zerstört werden. Bei dem Autoimmun veranlassten LADA ist es aber durchaus denkbar, dass dadurch ein Schub entstanden ist und sich dein Diabetes plötzlich verschlimmert hat. Besprich das mal mit deinem Diabetologen und lass, falls das nocht nicht passiert ist, einen Antikörpertest machen. Falls keine Antikörper festgestellt werden, kannst du leider trotzdem LADA nicht ausschließen, du solltest das dann als Möglichkeit im Hinterkopf behalten.

      Wenn du LADA hast oder zumindest die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden kann, dann stellt sich die Frage nach der besten Therapie erneut. Bis vor kurzem hätten wahrscheinlich alle gesagt, dass bei LADA und Typ1-Diabetes nur Insulin hilft und du unbedingt ICT machen sollst. In der Ärztezeitung wurde vor kurzem über eine interessante Studie berichtet, die das in Frage stellt. Weil der Artikel nicht für alle zugänglich ist, kopiere ich ihn mal hier rein:

      Ärzteblatt schrieb:

      GLP-1-Analoga - Option für Typ-1-Diabetiker?

      GLP-1-Analoga werden schon seit einiger Zeit erfolgreich in der Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt. Ihre blutzuckersenkende Wirkung resultiert unter anderem aus einer Verstärkung der glukoseinduzierten Insulinsekretion, einer Hemmung der Glukagonsekretion und einer Verzögerung der Magenentleerung. Vor allem die beiden letzten Effekte legen die Vermutung nahe, dass GLP-1-Mimetika auch bei Patienten mit Typ-1-Diabetes von therapeutischem Nutzen sein könnten - auch dann, wenn anhand von C-Peptid keine Restfunktion der ß-Zellen im Pankreas mehr nachweisbar ist. In mehreren kleinen Studien ist dieses Konzept inzwischen überprüft worden mit dem Ergebnis, dass Verbesserungen des Glukosestoffwechsels bei Patienten mit erhaltener Restfunktion als auch bei Patienten mit nicht nachweisbaren C-Peptid-Spiegeln dokumentiert werden konnten.

      Eine aktuelle Studie hat die seit geraumer Zeit auf diesem Gebiet forschende Arbeitsgruppe um Dr. Urd Kielgast aus Kopenhagen jüngst beim EASD-Kongress in Lissabon vorgestellt. In dieser Studie sind zehn Patienten mit Typ-1-Diabetes und ß-Zell-Restfunktion (C-Peptid-positiv) vier Wochen lang mit dem GLP-1-Analogon Liraglutid (Victoza®) behandelt worden. Weiter 19 Patienten ohne Restfunktion (C-Peptid-negativ) erhielten in dieser Zeit entweder ebenfalls Liraglutid plus Insulin oder nur eine Insulin-Monotherapie.

      Die zusätzliche Behandlung mit Liraglutid führte zu einer signifikanten Reduktion der Insulin-Tagesdosis sowohl bei Patienten mit als auch ohne Restfunktion der ß-Zellen. Die prozentuale Reduktion korrelierte positiv mit der initialen ß-Zellfunktion und war dementsprechend in der Subgruppe der C-Peptid-positiven Patienten ausgeprägter. Die Veränderungen der Insulindosis gingen mit keiner Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung oder sogar mit einer leichten Verbesserung einher: In beiden Liraglutid-Gruppen nahm der HbA1c-Wert ab, im Vergleich zur Insulin-Monotherapie allerdings nicht signifikant. Die Reduktion der Insulindosis betraf zu 63 Prozent (C-Peptid-positive Patienten) und zu 85 Prozent (C-Peptid-negative Patienten) schnell wirksame Insuline. In der Subgruppe mit erhaltener Restfunktion nahm die Zeitspanne, in der die Blutzuckerwerte im hypoglykämischen Bereich (< 70 mg/dl) lagen, unter Liraglutid signifikant ab.

      Mit den Erkennnissen aus dieser Studie kommst du zu dem Ergebnis, dass die Kombination Bydureon/Insulin auch wenn du LADA hast, mit zeitnaher Wirksamkeitskontrolle hervorragend geeignet sein könnte.

      LG Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 - ohne Medis

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rainer ()

    • Lieber Rainer-

      das ist ja irgendwie rührend, wie sehr ich Dich beschäftige. :)

      Nee, ich habe kein LADA, das ist 2004 bei Erstdiagnose schon getestet worden und später (2008?) beim Diabetologen Wechsel nochmal.

      Ich fürchte es kommt einfach einiges zusammen, hohe IR, wenig Restfunktion der Betazellen und eben die blöde Influenza, da gibts durchaus (Tier-)Studien, dass die mit einem Betazell-Untergang einhergeht.

      Im Zuge dessen an alle Diabetiker hier: LASST EUCH IMPFEN!!!

      Danke für den Bericht vom EASD ich werde mal versuchen, das Original der Studie zu bekommen.

      Einen sonnigen Herbsttag!
    • MelH schrieb:



      Im Zuge dessen an alle Diabetiker hier: LASST EUCH IMPFEN!!!




      ganz sicher nicht
      wir wurden fast mit vorgehaltener pistole gezwungen uns impfen zu lassen
      nur 2 oder 3(inclusive mir)
      haben sich geweigert
      alle geimpften wurden schwer krank,
      waren mehr als 2-3 wochen vergrippt
      gehackelt haben die gesunden,die sich nicht impfen lassen haben.
      baba
      marion
      gib jedem tag die chance der schönste deines lebens zu werden
      drum halte dich fern von dingen und menschen,die dir nicht guttun

      :107: 2016 hat freufrau = elfchen 4625 :107:
    • Hallo Rainer-

      das einzige was man an den Studien von Kielgast bekritteln kann,ist dass die Patienteanzahlen echt klein sind (8 respektive 10).

      Ganz aktuell gibts aus dem Oktober 2011 eine Veröffentlichung aus Schweden in der Typ2 Diabetiker erfolgreich mit Insulin plus Victoza bzw Byetta behandelt wurden. Gute HbA1 Senkung extrem wenig Hypos und Gewichtsabnahme, weil sich die Insulindosen erheblich verringerten.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22015237

      Die Schweden scheinen da echt die Nase vorn zu haben.