Logi Diabetes Chemo

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Logi Diabetes Chemo

      Logi-Diabetes-Chemotherapie

      Seit 3013 ernähre ich mich nach der Logi-Methode. Damalige Zielstellung war, meinen seit 1991 bestehenden, mittlerweile aber völlig entglittenen, schlecht eingestellten Diabetes in den Griff zu bekommen. Das ist gelungen.

      Die Zeit hat mir schlimme Erkrankungen beschert. Seit Juli 2015 ist ein multifokales high-grade Leiomyosarkom der Leber mein Begleiter. Dadurchwar ich, neben verschiedenen Operationen, zu Chemotherapien gezwungen und befinde mich auch derzeit wieder in einer.
      Neben vielen spannenden Begegnungen und Erlebnissen habe ich einige Erfahrungen in Punkto Ernährung, Logi und Diabetes gemacht, die ich hier mit euch teilen möchte.

      Durch das Fortschreiten der Diabeteserkrankung, die wachsendeSchädigung der Leber und das dauerhafte Absetzen von Metformin im Zuge meiner Behandlungen ist die Einstellung des Diabetes inzwischen deutlich schlechtergeworden. Der letzte HbA1c lag bei 7,7 im März 2017. So gegen 4.00 Uhr morgens spritze ich normalerweise 16 bis 18 Einheiten Apidra, schnellwirksames Insulin als Morgengupf. Die sogenannten Nüchternwerte sind dann gegen 8.00 Uhr etwa bei 15 (270) ( jeweils zuerst der hier im Osten übliche Wert in mmol/dl und in Klammern der im Westen noch immer übliche Wert in mg/ml, glaub ich). Erst durch weitere Insulingaben und Essen sinkt der BZ etwas ab, Werte unter 10 (180) sind jedoch die absolute Ausnahme. Nachts nutze ich Levemir als Basalinsulin.

      Die Tage der Chemozyklen haben regelmäßig Phasen, in denen Essen fast unmöglich ist. Ich nehme an, bei Jedem und auch bei Bestrahlungen auftretend. Winzige Mengen, Übelkeit und vorsichtiges Trinken von Tee oderWasser bestimmen die Ernährung. Dann aber kommen Phasen des Appetits und der endlich wieder normal möglichen Nahrungsaufnahme. Und hier jetzt die erste, für manchen sicher nicht wirklich überraschende, Beobachtung.
      In der jetzt anfangenden Zeit ist der Körper deutlich sensibler gegenüber Insulin. Die benötigten Dosen halbieren sich beinahe und die BZ-Werte sinken in lange nicht erreichte Normalbereiche, gestern Morgen beispielsweise 7,7(138) worauf ich die „Morgengupf-Gabe ganz weg gelassen habe. Etwa zwei Stundennach dem Mittagessen, bei dem ich nur 12 IE Apidra gespritzt hatte, war der BZbei wundervollen 5,0 (90 ).
      Dieser Zustand hält leider nur wenige Tage lang an. Es ist der gleiche Effekt, den Nikolai Worm nach bariatrischen OP´s beobachtet und in seinem Leberfastenkonzept umsetzt. Wenige Tage deutlicher Mangelernährung führen zu sofortiger, entscheidender Verbesserung der BZ-Lage. Das kann also auch Chemo, in bei mir nun 26 Jahre bestehendem Diabetes Typ2.
      Jürgen hatte hier im Forum, in einem anderen Zusammenhang und Unterfredmal von ähnlichen Beobachtungen bei extremer Schmalkost berichtet.

      Meine diversen Aufenthalte in KH haben mich so manche Begegnung mit selbsternannten Ernährungsspezialisten machen lassen. Noch heute ist hier im Osten Deutschlands, die Logi-Methode nicht weit bekannt. Es gibt inzwischen aber Praxen und Ärzte, die sie kennen und empfehlen. Musste ich mich vor 4 Jahren noch gegen Vorwürfe der Scharlatanerie bzw. Ernährungshysterie wehren, begegne ich heute mehr Aufgeschlossenheit und Verständnis. Gerade Vorgestern musste ich eine junge Ärztin, die mir mal einen guten Rat bezüglichder Ernährung geben wollte ( ich solle doch mehr auf Gemüse und Früchte setzen und auch Fleisch – na gut, vielleicht nicht so sehr das Rote – setzen), fragen, ob sie die Logi-Methode kennen würde. Sie solle sich das doch mal genauer ansehen… ;)

      In den Krankenhäusern ist es heute nicht mehr so schwer Logi zu erzwingen. :thumbsup: Sowohl in kleineren, regionalen KH, als auch in der riesigen Uniklinik Dresden ist es recht einfach möglich, die Mahlzeiten umzugestalten. Die Einflüsse vegetarischer, bzw. konfessionell geprägter Ernährung haben die Toleranz gegenüber anderen Ansprüchen an Essen gesteigert.
      Egal ob Buffet-Wagen oder Tablett-Versorgung, die Mitarbeiter bemühen sich nach Kräften auf den einzelnen Patienten einzugehen.
      Bei meinem derzeitigen Behandlungsort, dem ElblandklinikumRiesa (klingt riesig, ist – naja – klein) habe ich mir, mit meinen Ansprüchen an gutes Essen, bei mehreren Aufenthalten schon einen Namen gemacht. Unterstützt durch verständnisvolle Ärzte und Schwestern, haben die Frauen vom Catering-Service regelrecht Eifer entwickelt, mich mit dem Essen zu verwöhnen. Da werden extra Salate geschnippelt, Dressings separat angerichtet und liebevoll gemeinsam beraten, wie man den Eiweißanteil einer Mahlzeit erhöhen könnte.
      Ich zeige hier Beispielfotos, die euch anhand von Frühstück, Mittag und Abendessen mal einen Eindruck verschaffen sollen. Die abgebildeten Filinchen in der Lower Carb Variante sind von mir selber mitgebracht. Sie sind leicht und benötigen keine Kühlung, also ideal als Begleiter. Frisches Gemüse zu bekommen und das Weglassen der sogenannten Sättigungsbeilagen machen keine Schwierigkeiten mehr.


      Frühstück am Sonntag

      Mittagessen: Bokkolie und Rindergeschnetzeltes, für mich plus Salat anstelle Kartoffeln

      Abendessen 1

      Abendessen 2

      Geschichte am Rande
      Eine der Schwestern lies sich von mir mal genauer erzählen, wie ich das denn mit dem Essen so machen würde. Die typische Frage: „Gar keine Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot oder Brötchen – was können sie denn da überhaupt essen?“ Ich erzählte ihr von meiner Methode, das Beste heraus zu picken und einfach mal die doofen Sattmacher wegzulassen. Dann sah sie mein Essen ---- und das der anderen Patienten. Sie gab mir sofort Recht, das sieht besser aus. Und das duftet auch so toll nach frischen Gurken und Salat…

      Ich möchte euch Mut machen, auch bei Krankenhausaufenthalten eure Logi-Kost einzufordern – es funktioniert und ist heilungsförderlich.

      Für Neuleser, die mich noch nichtkennen, hier hereingestolpert sind auf der Suche nach neuen Wegen oder einfach mal stöbern, sei gesagt
      Logi ist kein Heilmittel gegen Diabetes oder Krebs, aber es ist lecker, kann die Blutzuckereinstellung immens verbessern und führt zu einer Zufriedenheit im Bereich Nahrungsaufnahme. Es lohnt sich, sich damit mal genau zu befassen.

      Das Thema ketogene Ernährung bei Krebs ist hier nicht behandelt. Dafür bin ich nicht geschaffen. Aber ich bin nah dran und manchen Tag auch sicher ketogen. Mir ist bei meiner Erkrankung jedoch immer das gute Gefühl wichtiger, als die strikte Einhaltung von Regeln. Ich bin sicher, dass das ein Teil der Ursache meines noch immer da Seins ist.

      nette :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nette ()

    • Liebe Nette,
      meine Hochachtung, dass Du Dich seit vielen Jahren mit Chemos rumschlägst. Ich kann Dir das nachfühlen, wie es Dir dann geht.

      Mein Mann war jetzt im KH zur Ohr-OP. Beim Fragen, was er essen möchte, sagte er nach LOGI. Das war denen ein Begriff und der Salat zum Abendessen war vom Feinsten. Ich glaube es setzt schon ein Umdenken ein.

      Dir weiter alles Gute.

      Alven
    • Das macht Mut, dass es im KH inzwischen mit der Ernährung so gut klappt, schaut doch echt gut aus :D :93: , hast klasse gemacht, Nettie :freunde: ).
      Und sooo schön, dass du grad wieder zu Hause sein kannst, ich freue mich für dich, zu Hause ist doch am schönsten und besten und allerliebsten und immer wieder! Ich drücke dir weiter die Daumen, dass dir das, was du machst/ bei dem, was dir durch die Krankheit z.T. aufgezwungen wird, weiter doch die Lebensfreude und den Genuss behalten kannst. Du konntest schon dein Enkelchen in die Arme schließen, obwohl du zeitweise mutlos warst, das je zu erleben. Heißt auch, du hast viel mehr richtig gemacht, als man von dir erwartet hätte/ dir zugestanden hätte. Du machst das großartig! LG Grit
      30.08.2012+ LOGI- Beginn DM- Diagnose HbA1c 11,1 jetzt 5,3- 5,5 NBZ von 15/ 270 auf um 5/ 90, Gewicht von 80 kg auf unter 60 kg
    • Ich mach das ja nicht um zu beeindrucken. ;)
      Nach Jahren der Ernährungsumstellung ist Logi einfach inneres Bedürfnis geworden. Und ja, noch bin ich in der Lage meine egoistischen Bedürfnisse durchzusetzen. Es wäre sehr schön, wenn andere durch diese Geschichte dazu ermutigt würden.

      nette