LOGI, Flexicarb und Leberfasten - Das Ernährungsforum von Nicolai Worm

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Seit zwei oder drei Tagen online:

Immerhin mit dem Hinweis: Fachliche Beratung Dr. Nicolai Worm und Nennung des Buches!
Smile
Nicolai Worm,'index.php?page=Thread&postID=906752#post906752' schrieb:Seit zwei oder drei Tagen online:

Immerhin mit dem Hinweis: Fachliche Beratung Dr. Nicolai Worm und Nennung des Buches!
Smile
Ja, wenn man für BILD+ zahlt - sonst nicht. Rolleyes
Smile
Zitat:Gesund trotz Übergewicht – die Geheimnisse der „glücklichen Dicken“
von Inge Brinkmann

„Pfundig“ ist es den meisten Übergewichtigen selbst in Bayern längst nicht mehr zumute. Zu genau weiß inzwischen
jeder, dass man mit überzähligen Kilos wegen des veränderten Stoffwechsels eher Gefahr läuft, einen Herz- oder
Hirninfarkt zu erleiden, sowie einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. So weit so allgemein.
Aber es gibt Hoffnung, zumindest für einen nicht unerheblichen Teil der Übergewichtigen. Denn dass man nicht alle
dicken Menschen über einen Kamm scheren darf, spricht sich langsam unter Medizinern herum: Rund 20% der
Übergewichtigen weisen trotz ihres „krankhaften“ Body-Mass-Indexes von =30 kg/m2 kein erhöhtes Risiko für
gesundheitliche Probleme auf.
Auf diese Untergruppe machen nun die Autoren um Prof. Dr. Norbert Stefan, Inhaber der
Heisenberg-Professur für klinisch-experimentelle Diabetologie am Universitätsklinikum
Tübingen, in ihrem jüngst erschienenen „Personal view“-Artikel im Fachblatt The Lancet
aufmerksam [1]. Sie zeigen sich davon überzeugt, dass das neue Konzept vom „metabolisch
gesunden Übergewicht“ mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird.

Bevor jedoch dieses Konzept auch für die tägliche Praxis relevant werden könnte, sind noch
viele Fragen zu beantworten: Welche Kriterien machen beispielsweise aus einem
Übergewichtigen Patienten einen „happy obese“ – also einen glücklichen Dicken, wie die
Untergruppe auch genannt wird. Und bleibt ihm diese Resilienz oder Widerstandsfähigkeit
gegenüber einer Entgleisung der Stoffwechselparameter auch langfristig erhalten? Welche
biologischen Mechanismen bilden die Grundlage für das Phänomen und könnte man aus
diesen sogar ein Therapieprinzip extrahieren?

Der BMI trennt nicht zwischen gesund und krank
Um darauf Antworten zu finden, haben die Autoren in ihrem Artikel die Ergebnisse von themenrelevanten
Fachveröffentlichungen analysiert, die zwischen Januar 1990 und März 2013 veröffentlicht worden und in der
medizinischen Datenbank PubMed einsehbar sind.
Ihre erste Feststellung: Der Body-Mass-Index (BMI) allein eignet sich tatsächlich nicht für eine scharfe Trennung
zwischen „gesund“ und „krank“. Stattdessen haben sich in einer Reihe metabolischer Studien mehrere Kriterien
herauskristallisiert, die die glücklichen Dicken weit besser zu definieren scheinen:
ein geringer Anteil an viszeralem Fettgewebe, d.h. ein Taillenumfang von =102 cm
(Männer) bzw. =88 cm (Frauen), keine Hinweise auf ein metabolisches Syndrom (z.B. normaler Blutdruck, normale
Blutfettwerte, normaler Nüchternblutzucker), erhaltene Insulinsensitivität (definiert auf Basis des HOMA- oder Homeostatic Model
Assessment-Index) und eine gute kardiorespiratorische Fitness.

Des Rätsels Lösung liegt in der Leber
Warum Übergewichtige, die diese metabolischen Pluspunkte vorzuweisen haben, sich offenbar nicht mehr um ihre
Gesundheit sorgen müssen als Normalgewichtige auch, war lange Zeit unklar.
Momentan deutet alles darauf hin, dass des Rätsels Lösung in der Leber zu finden ist: Denn nur wenn die Leberzellen
verfettet sind, verschlechtert sich auch die Prognose des Übergewichtigen. So wirkte sich z.B. der Fettgehalt der Leber in
Studien wesentlich deutlicher auf die Insulinsensitivität bzw. die Inzidenz eines Typ-2-Diabetes aus als die Menge des
Bauchfetts ganz allgemein.

Außerdem wurde ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den verfetteten
Leberzellen und dem Auftreten von Gefäßschäden nachgewiesen – und zwar
unabhängig von weiteren atherosklerotischen Risikofaktoren.
Eine besondere Bedeutung wird dabei dem von der Leber gebildeten Eiweiß
Fetuin-A zugeschrieben. Das Protein kann die Blutzucker senkende Wirkung von
Insulin vermindern. „Bei einer verfetteten Leber wird Fetuin A vermehrt gebildet“,
erläutert Stefan auf Nachfrage von Medscape Deutschland.

„Fetuin A ruft außerdem Entzündungsreaktionen im Körper hervor und schädigt
dadurch die Blutgefäße“, sagt der Tübinger Internist. Deshalb haben
Übergewichtige mit einem hohen Fetuin-A-Blutwert auch ein erhöhtes
Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Letztlich erlaubt dieser Marker also
Vorhersagen zum Diabetes-, Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.
Aber noch ein weiterer Marker spielt offenbar eine Rolle, wenn es darum geht, die Prognose von Übergewichtigen
einzuschätzen, das antiinflammatorische Hormon Adiponectin, das auch die Insulinempfindlichkeit steigert. „Bei einer
ungünstigen Fettverteilung – also vor allem bei viel Bauchfett – wird deutlich weniger Adiponectin sezerniert“, erläutert
Stefan. Das Diabetes-Risiko steigt.
Beide Eiweiße würden sich eventuell auch als Angriffspunkte für eine medikamentöse Therapie eignen, meint der
Facharzt für Diabetologie. In dem Lancet-Artikel diskutieren er und seine Kollegen auch bereits eine mögliche Option. So
kann der Insulin-Sensitizer Pioglitazon u.a. die Adiponectinkonzentration erhöhen, den Fettanteil in der Leber senken und
die Insulinsensitivität steigern.

Nicht mehr nur das Gewicht sollte über die Therapie entscheiden
Noch lässt sich das Gesundheitsrisiko von Übergewichtigen aber nicht einfach per Pille verbessern. Überflüssigen
Pfunden muss nach wie vor mit einem veränderten Lebensstil begegnet werden und zur Not mit der Adipositas-Chirurgie.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob man die grundsätzlich knappen Ressourcen im Kampf gegen die globale
Adipositas-Epidemie verstärkt auf die Behandlung der Risiko-Patienten verwenden sollte. Vor allem, wenn die
glücklichen Dicken womöglich gar keinen metabolischen Vorteil – und damit auch keinen gesundheitlichen Vorteil – aus
den Interventionen ziehen würden.
Und darauf deutet tatsächlich einiges hin. In insgesamt 3 Studien, die von den Tübinger Forschern zu dem Thema
publiziert wurden, hatten Sport und Diät wenn überhaupt nur einen geringen Effekt bei den metabolisch gesunden
Übergewichtigen.
Aber auch die Entscheidung pro oder contra Adipositas-Operation sollte nicht mehr nur auf der Grundlage eines hohen
BMI getroffen werden. Die Nüchterninsulinkonzentration habe sich, so schreiben die Autoren, hinsichtlich der Effektivität
der Maßnahme bereits als besseres Selektionskriterium erwiesen.
Stefan rät Ärzten denn auch, nicht mehr nur den BMI ihrer Patienten zu
betrachten, sondern zusätzliche Parameter wie die Nüchterninsulinkonzentration
heranzuziehen und gegebenenfalls einen Ultraschall der Leber anzuschließen.
„In Anbetracht von knappen finanziellen und zeitlichen Ressourcen halte ich es
auch letztlich für vertretbar, sich auf die Behandlung der Risikopatienten zu
konzentrieren.“
Kein Glück währt indessen ewig. Übergewichte Menschen, die einmal als
metabolisch gesund eingestuft wurden, dürfen sich nämlich nicht einfach
entspannt zurücklehnen, wie jüngste Untersuchungen zeigen [2]. Stefan: „Im
Laufe einer mehrjährigen australischen Untersuchung hatte sich bei etwa einem
Drittel der zu Studienbeginn als metabolisch gesund eingestuften
Übergewichtigen der Status geändert. Sie gehörten am Ende ebenfalls zur
Risikogruppe.“ Es bedarf also der Überwachung des Stoffwechsels, damit sich
diese Gruppe nicht in falscher Sicherheit wähnt.
Tja - iss ja schon mal gut aber die häufigsten Folgeerkrankungen haben sie immer noch nicht auf dem Schirm!

Zitat:Um die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs gar nicht erst aufkommen zu lassen, empfehlen Experten eine regelmäßige Testung der Leberwerte.
Traurig!
8)
Lieber Herr Worm,

so wie ich das verstanden habe, ist der Fibroscan eine Möglichkeit eine Fettleber qualitativ und quantitativ zu diagnostizieren. Wissen Sie, wer das in Südwestdeutschland anbietet und das auch ausdrücklich für die Diagnostik der Fettleber einsetzt?

Liebe Grüße

Dirk

p.s. in meinem BCM-Leberfasten-Zentrum wurde kein Ultraschall gemacht, ich bin aber neugierig und scheue die Kosten nicht.
Zur Testung der Fettleber:
war es nicht GGT, der beim FLI eine Rolle spielt?
Die wollen aber ALT (=GPT) testen.
@ PeterM

Ja, richtig - Gamma-GT ist für die nichtalkoholische Fettleber der entscheidende Parameter!

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