Die sensationelle PURE-Studie endlich erschienen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • ivy schrieb:

      kleinere Mengen kosten mehr als vergleichbare Menge aus dem Grosspack
      DAS ist bei uns auch überwiegend so.

      Geputztes, gefrostetes Gemüse ist jedoch meist günstiger als frisches, hat keinen Abfall, und wenn man dann noch einen Tiefkühler hat, kann man da ja die großen Packungen nehmen.
      Mache ich nämlich meist auch so, weil ich alleine Gemüse-Esser bin.
      Meine Katzen kriegen das nicht. :D

      Doch Leuts, eigentlich wollten wie nicht über Hartzt 4 diskutieren.
      Das passt nicht zur Überschrift.
      DM2 festgestellt 14.3.14, Metformin 1000 2x tgl.,
      HbA1: 14.3.14 - 12,3 % / 27.3.14 - 11,5 % / 9.7.14 - 6,8 % / 15.1.15 - 6,9 % / 16.7.15 - 6,0 %/9 Wochen nach Nieren-OP: 12.9.16 6,3 %

      166 groß, 64 kg seit 09/14
    • Grundsätzlich ist es ja richtig, dass eine epidemiologische Studie immer nur Korrellationen und nie Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge aufzeigen kann. Deswegen ist es falsch zu sagen, die PURE-Studie beweist, dass man von mehr KH früher und von mehr Fett später stirbt. Sie legt es aber nahe, dass ein Zusammenhang besteht.

      Was ich mich aber nun frage: Wer steht hinter dieser Society of Nutrition and Food Science e.V., bzw. wer finanziert diesen Verein? Die Lipid-Liga? Der Verband Deutscher Vollkornbäcker e.V.? Die DGF?*

      Edit: Wenn man die Originaldaten hat, müsste es möglich sein, Faktoren wie Armut herauszurechnen, indem man nur vergleichbare Datensätze anschaut, oder nur aus Industrieländern o.Ä.

      Edit2: Hier ist die vollständige Stellungsnahme. Ich kann die Argumentation durchaus nachvollziehen. Dagegen spricht aber, dass in der PURE-Studie auch die Haushaltseinkommen abgefragt wurden und diese korrelieren nicht mit der Sterblichkeit. Dass müssten sie meiner Meinung nach aber tun, wenn die Society of Nutrition and Food Science e.V. recht mit ihrer Vermutung recht hätte., die Sterblichkeitszahlen resultierten aus schlechter Ernährung aufgrund von Armut., und nicht aus dem Gehalt der Nahrung an geättigten Fetten und Kohlenhydraten.

      * Deutsche Gesellschaft für Fehlernährung
      Fett macht fett - und Gemüse macht grün.

      Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von christianf ()

    • Genau, Christian!

      Ich habe Herrn Biesalski, einen der Hohenheimer Profs, angeschrieben und das kommentiert:
      Ihre Hauptkritik in der PM zielt darauf, dass die Versorgung mit Mikronährstoffen nicht berücksichtigt wurde und machen
      auf die Beziehung zwischen Armut und geringer Nahrungsqualität aufmerksam.

      "Entscheidend sei vielmehr die Versorgung mit Mikronährstoffen ... Mit steigender Armut nimmt der Anteil an Kohlenhydraten deutlich zu und der von Lebensmitteln tierischen Ursprungs, vor allem von Fleisch und
      Fleischprodukten, ab. Denn stärkehaltige Produkte wie Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln oder Cassava sind
      preisgünstig und sättigen“, erklärt Prof. Dr. Birner. Diese seien aber bezüglich der Versorgung mit essenziellen
      Mikronährstoffen eine schlechte Quelle, und die Versorgung zum Beispiel mit Eisen und Zink habe einen
      Einfluss auf die Sterblichkeit….Eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen, also Mineralstoffen und
      Vitaminen, erhöht das Krankheits- und so unweigerlich auch das Mortalitätsrisiko. Wenn die Qualität außen
      vor bleibt, führt die Betrachtung der Quantität von Makronährstoffen in der Ernährung leicht in die Irre. Eine
      fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung kann qualitativ genauso ungenügend sein wie eine fettarme,
      kohlenhydratreiche Ernährung.“

      Das ist eine interessante und plausible These. Sie ist allerdings in der PURE-Studie nicht untersucht bzw. noch
      nicht veröffentlicht worden. Ob sie bei PURE zutrifft, weiß man wohl nicht. Das ist reine Spekulation, vor allem weil
      die Daten hinsichtlich sozioökononischem Status und Armut aufwendig adjustiert wurden, so dass deren Einfluss
      nicht mehr sehr groß sein dürfte:

      "We investigated the influence of socioeconomic status
      and poverty using four different measures of socioeconomic
      status to adjust in the analysis of the associations
      between different nutrient intakes and total
      mortality and cardiovascular disease events. These were
      household wealth, household income, education, and
      economic level of the country subdivided by urban and
      rural locations. When we included education in the
      models, the estimates of association were robust.
      Additionally, we adjusted for study centre as a random
      effect which takes into account socioeconomic factors
      and clustering by community. When we reanalysed the
      data using household income, household wealth, or
      economic level of the country our results were unchanged
      (appendix p 34)."


      Ein Hinweis auf diese Adjustierung sucht man leider nicht in der Pressemeldung.

      Viele Grüße,
      Nicolai Worm
      Leider habe ich (noch) keine Antwort erhalten!
      ;)
    • Das Niveau auf dem mittlerweile auch von wissenschaftlicher Seite aus diskutiert wird ist schon interessant. Da lässt sich eine Universität herab von "Verfechtern der Low-carb Bewegung" zu schreiben (noch dazu das hämische "zu früh gefreut"). Als ob es hier um einen Glaubenskrieg statt um wissenschaftliche Betrachtung ginge.

      Aber um mal meinen Senf noch dazu zu geben, ich traue diesen Ernährungsstudien, die auf irgendwelchen Fragebögen basieren, nicht über den Weg. Der befragte Durchschnittsbürger kann in Fragebögen in der Regel nicht wissenschaftlich verwertbar Angaben zu seiner Ernährung machen. Wer erinnert sich schon an das Frühstück zwei Wochen zurückliegend, aufs Gramm genau! Noch dazu bewusst gemogelte Angaben, z.B. das unterschlagene tägliche Eis, was z.B. aus Scham über den Junk Food Konsum nicht angegeben wird. Wie schließt man so was sicher aus?
      Nach diesen ganzen Großstudien müssten wir auch alle Veganer sein, steht ja so in der China Study. (Achtung, das war Ironie)

      Nichts für ungut, die Ernährungsempfehlungen der westlichen Welt gehören überarbeitet, weil sie für den größten Teil der sitzende Bevölkerung eine Katastrophe sind. Aber die methodisch angreifbare Pure Studie ist vielleicht nicht das beste Argument dafür.
    • flexicarber schrieb:

      Aber um mal meinen Senf noch dazu zu geben, ich traue diesen Ernährungsstudien, die auf irgendwelchen Fragebögen basieren, nicht über den Weg. Der befragte Durchschnittsbürger kann in Fragebögen in der Regel nicht wissenschaftlich verwertbar Angaben zu seiner Ernährung machen. Wer erinnert sich schon an das Frühstück zwei Wochen zurückliegend, aufs Gramm genau! Noch dazu bewusst gemogelte Angaben, z.B. das unterschlagene tägliche Eis, was z.B. aus Scham über den Junk Food Konsum nicht angegeben wird. Wie schließt man so was sicher aus?

      Ich zitiere dazu mal aus dem Kommentar von Christopher Ramsden, der einschätzt, dass diese Fehlerquelle bei der PURE-Studie kaum die Ergebnisse verfälscht haben kann. Er begründet das wie folgt:

      Christopher Ramsden vom NIH schrieb:

      Since individuals in European and North American populations have, for many decades, received influential diet recommendations, protective associations attributed to nutrients in studies of these populations are likely confounded by numerous other healthy behaviours. Because many of the populations included in PURE are less exposed to influential diet recommendations, the present findings are perhaps less likely to be confounded by conscientiousness.
      Ich denke, der Mann hat recht. Dein Einwand mag für sehr viele Ernährungsstudien gelten, für die PURE-Studie aber gerade nicht.
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 mit 6IE Lantus