Metformin nicht gleich Metformin?

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    • Metformin nicht gleich Metformin?

      Bin auch mal wieder da und habe gleich eine Frage:

      Ich hatte jetzt Metformin 500 von 2 unterschiedlichen Herstellern. Laut Beipackzettel stimmen die Tabletten, sogar der Überzug, zu 100 % überein.

      Essen: nach Logi, fast ausschließlich 1 + 2 auf der Pyramide, selten mal was naschen, zu 90 bis 95 % logikonform, Essen fast immer selbst zubereitet, viel Gemüse, keinerlei Nudel, Kartoffel, Reis, Mais u.ä.

      1 Tablette vor/zum Frühstück, 1 Tablette beim Mittagessen (häufig erst gegen 16 Uhr), teilweise 1 Tablette abends.

      Meine eigene Erfahrung:

      Ich hatte das Metformin, kam damit einigermaßen gut zurecht. Mal auch Durchfall, den ich allerdings so gut wie immer auf meine Sigmaresektion vor rund 2 Jahren geschoben habe. Jetzt erst ist mir aufgefallen, dass dieser möglicherweise mit dem Metformin zu tun hat.

      Metformin Hersteller 1 (keine Ahnung, ob ich den Hersteller nennen darf, hole das gerne noch nach)
      Einigermaßen vertragen, wie gesagt, Durchfälle habe ich auf die Darmsache geschoben. Keine Übelkeit
      Nüchternwerte zwischen 130 und 140.
      Dauerhafter Wert vierteljährlich: zwischen 5,8 und max. 6,4 (nach Urlaub und täglich eine Ausnahme, wie ein Bier z.B. oder ein Eis). Alle anderen Werte in Ordnung. Nach Mahlzeiten so bei 140 bis max. 160, meist rund 150, Zwischenwerte bei rund 118 bis 125.

      Metformin Hersteller 2 (Rezept wurde in einer anderen Apotheke durch meinen Mann eingelöst)

      Nüchternblutzucker ständig zwischen 130 und 145, Nachessenswerte locker mal bei 180, allerdings dann auch wieder nach 3 bis 4 Std. bei 97.
      Durchfälle, die sich sogar mit einer Immodium nicht stoppen lassen, Stopp der Durchfälle komischerweise nur mit einem Schnaps oder Whiskey oder sowas halt.
      Übelkeit, die vor allem dann auftritt, wenn ich die Metformin zum oder auch nach dem Essen nehme. Völlegefühl, und Übelkeit über Stunden, teilweise ganztägig.

      Ich hatte eine Zeit, da ich noch Reste von Hersteller 1 hatte, diese Metformin ans Bett gelegt, abends vor dem Einschlafen eine genommen, Zuckerwert morgens dann trotzdem 140/145. Gefühlte Wirkung = null.
      Tagsüber habe ich dann Hersteller 2 genommen, Nachessenswerte teilweise 150 bis 180.

      Im Urlaub dann sogar 2 Tage vollkommene Erschöpfung, Durchfälle und totale Übelkeit. Das war, als ich nur noch die Metformin von Hersteller 2 genommen hatte. Ich hatte das irgendwie auf die Anstrengung am Tag vorher zurückgeführt, wo wir lange unterwegs waren. Auf Metformin als Grund bin ich nicht gekommen, da ich ja Hersteller 1 gut vertragen hatte.

      Mein Gefühl war dann, dass sich die beiden Metformins irgendwie gegenseitig kaltgestellt hatten und ihre Wirkung gegeneinander aufgehoben wurde.

      Zusammenfassung:
      Metformin 1:
      gut vertragen, mal Durchfälle, Nüchternwerte so 120 bis 140, postprandial 140 bis max. selten 160, keine Übelkeit,
      Zuckersenkung ca. 3 bis 4 Std. nach dem Essen allerdings nur auf mind. 118, eher 125

      Metformin 2.
      Durchfälle, teilweise bis zu 10 x, Nüchternwerte 130 bis 145, postprandial bis zu 180 (ohne was "falsches" gegessen zu haben), Übelkeit, Völlegefühl, kein Hunger.
      dafür allerdings in den Zwischenzeiten, also so 4 Std. nach dem letzten Essen, teilweise um/unter 100.

      Meine Fragen an euch:
      Wie seht ihr da Zusammenhänge? Sollte die Wirkung der beiden Hersteller nicht identisch sein, da laut Beipackzettel die Tabletten genau inhaltsgleich (auch Trägersubstanzen, Umhüllung usw.) sind?

      Wie seht ihr die unterschiedlichen Wirkweisen?
      Hersteller 1, keine eklatante Erhöhung postprandial, dafür aber auch keine Senkung unter rund 118.
      Hersteller 2: eklatante Erhöhung postprandial, dafür aber Senkung auf um 100 herum.

      Was macht denn Sinn?

      Habe mir gestern in der Apotheke wieder ein Rezept für Hersteller 1 eingelöst und werde auf diesen wieder umstellen.

      Danke für eure Einschätzung
    • Ja, nur, warum wird dann in allen Beipackzetteln usw. genannt, dass Metformin NACH dem Essen genommen werden soll? Und NACH vertrage ich nach meiner Erfahrung sowieso nicht, also bin ich dazu übergegangen, 1/2 bis 1 Std. VOR dem Essen die Tablette zu nehmen.

      Heute früh ne halbe Stunde vor dem Frühstück 1 Metformin genommen, 1 Std. nach dem Frühstück 155, also auch keine Wirkung gezeigt. Ich verstehe es nicht.

      Es kommt mir irgendwie vor, als ob ich einem Placebo aufgesessen wäre.
    • Bei meinen Beipackzetteln steht "zum Essen".
      (Korrektur: mit oder nach den Mahlzeiten steht bei Metformin Lich).

      Hast du mal geguckt, wieviel Macrogol in den jeweiligen Tabletten ist?
      DM2 festgestellt 14.3.14, Metformin 1000 2x tgl.,
      HbA1: 14.3.14 - 12,3 % / 27.3.14 - 11,5 % / 9.7.14 - 6,8 % / 15.1.15 - 6,9 % / 16.7.15 - 6,0 %/9 Wochen nach Nieren-OP: 12.9.16 6,3 %

      166 groß, 64 kg seit 09/14
    • ich habe jetzt drei Beipackzettel verglichen, in keinem steht etwas von einer Einnahme ausschliesslich nach der Mahlzeit. es wird von zu einer Mahlzeit oder mit der Mahlzeit gesprochen. Es macht also pharmakologisch keinen Unterschied, wann Du das Metformin nimmst.
      In allen Beipackzetteln steht außerdem dass Metformin nicht die Insulinsekretion stimuliert, es kann also keinen Einfluss auf Deine postprandialen Werte haben!

      was isst Du den so?
      Die Ernährung und Bewegung hat einen weitaus größeren Einfluss auf den postprandialen BZ Verlauf, als Metformin!

      Wenn Du den Eindruck hast, ein Medikament wirkt nicht, mach eine Meldung beim BfArm
      nebenwirkungen.de/?gclid=EAIaI…0pEwalEAAYASAAEgJz0_D_BwE
      oder beim Hersteller.

      Dem Rest Deiner Überlegungen (zB gegenseitige Aufhebung) und der kruden Dosierung kann ich nicht folgen.
    • Bleibe bei Hersteller 1 und zerbrich dir über das Warum nicht den Kopf.

      Es ist keine Seltenheit, dass von manchen bestimmte Metformin-Präparate besser vertragen werden als andere. Oft lässt sich das durch andere Zusatzstoffe erklären, manchmal auch nicht. Die Verträglichkeit ist übrigens total individuell. Man kann nicht sagen, dass dieses oder jenes Metformin von allen besser oder schlechter vertragen wird. Man muss es ausprobieren und wenn man das richtige gefunden hat, daran festhalten. Ob allerdings die schlechtere Wirkung auch damit zusammen hängt, ist nicht so sicher. Vielleicht hat dein Diabetes unterdessen insgesamt eine Verschlechterung erfahren. Ich drück dir die Daumen, dass es nicht so ist und dass deine BZ-Werte mit dem alten Metformin-Präparat wieder besser werden.

      @Mel,
      Metformin bremst die bei Typ2-Diabetikern auftretenden falsch zu hohe Glukoseausgabe der Leber zu jeder Zeit, auch postprandial. Auch wenn sich Metformin am meisten auf die Nüchternwerte auswirkt, beeinflusst es doch den gesamten BZ-Verlauf positiv.
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 mit 6IE Lantus