Anfängerfragen zu Blutzuckerwerten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Anfängerfragen zu Blutzuckerwerten

      Hallo, ich esse seit ca. 1,5 Jahren LOGI, dazwischen habe ich auch mal Leberfasten gemacht. Ich (m, 53, 194cm) habe in der Zeit von 95 kg auf 70 kg abgenommen und meine Blutwerte enorm verbessert. Außerdem soll meine Fettleber verschwunden sein, was ich aber skeptisch sehe, weil man Hausarzt sie im Ultraschall weiterhin zu erkennen glaubt. Im Leberzentrum der Charité meinten sie jedoch, daß da nichts wäre.

      Seit ein paar Tagen besteht jedoch ein Verdacht auf (Prä-) Diabetes, weil der NBZ bei einer Routineuntersuchung bei 115 mg/dL gelegen hat.
      Ich habe jetzt ein BZ Messgerät bekommen und soll regelmäßig morgens nüchtern messen. Die Werte lagen immer zwischen 90 und 107 (5-mal über und 7-mal unter 100).

      Heute morgen hatte ich 96. Neugierig wie ich bin, belasse ich es jedoch nicht dabei, sondern messe auch unter anderen Bedingungen. So hatte ich heute eine Stunde nach dem Mittagessen (griechischer Salat, Hummus, 900kcal, 32g KH) 97 mg/dL, also alles gut. Zwei Stunden vor dem Fitnessstudio habe ich 30g Haferflocken, 20g Haferkleie und 20g Whey Protein (300 kcal, auch 32g KH) gegessen und habe mich erschrocken, dass ich nach einer Stunde 147 mg/dL hatte! 3,5 Stunden später, nach dem Sport, waren es wieder 100. Man liest doch so häufig, das Hafer den Blutzuckerspiegel senken soll, bei mir hat er das Gegenteil bewirkt.

      Ich will natürlich nicht der Analyse mit meinem Arzt vorgreifen und erwarte natürlich auch keine medizinische Beratung, aber vielleicht mag einer der erfahrenen Foristen aus seiner Erfahrung mal sagen, wie diese Unterschiede (mal kein Anstieg, mal ein richtiges Emporschiessen) zu erklären sind und ob so ein Herumprobieren mit den Messwerten überhaupt Sinn macht oder ich einfach nur morgens nüchtern messen sollte, wie mein Arzt sagt?

      Dank & Gruß
      Stefan

      kleiner Nachtrag: Ich habe eine Stunde nach dem Abendessen (Blumenkohl, Champignons, Eier, Butter, Olivenöl, Joghurt, Beeren, 800 kcal, 30g KH) zweimal gemessen, einmal 93 mg/dL, einmal 103 mg/dL. Ist das normale Meßtoleranz oder mache ich möglicherweise etwas falsch? Das Gerät (Contour Next One) selber ist neu und ich habe es mit Kontrolllösung geprüft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eisenrad () aus folgendem Grund: Nachtrag

    • Hi Stefan!

      Ich kann dir da leider auch nicht helfen weil ich mich mit Diabetes nicht wirklich auskenne, ich weiss nur das wohl ein Wert der hba1c (ich hoffe das stimmt so) heisst aussagekräftiger ist als der Nüchternwert. Das hab ich hier gelernt weil ich mir auch Gedanken darüber gemacht hab, mein Nüchternblutzucker war bei der letzten Untersuchung bei 100 und ich hätte Angst das das zu hoch sei, aber eben
      Dieser hba1c war völlig im Rahmen (4,8 glaub ich).

      LG Snoopy

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Snoopy ()

    • Hallo Stefan, ich bin Diabetikerin - und finde deine Nüchternwerte jetzt nicht soooo hoch...Wie misst du denn? Noch auf der Bettkante? Der HbA1c-Wert wäre aussagekräftiger, bei mir liegt er zwischen 5,2 und 5,9...allerdings nehme ich Metformin und halte mich weitestgehend an LOGI. Lass bald den Glukosetoleranztest machen - und such dir dann einen Diabetologen... Von Haferflocken rate ich dir ab, die lassen den BZ schießen! Wenn du weiter bei LOGI bleibst schaffst du dir schon eine gute Ausgangslage...
      Alles Gute, Rena
      Ich bin ich. Die einen kennen mich. Die anderen können mich (Konrad Adenauer)
    • ragi123 schrieb:

      Ich würde deshalb den Glukosetoleranztest beim Arzt machen.
      Na, dann muss ich meine Hausarzt beim nächsten Mal fragen, allerdings ist er immer sehr zurückhaltend bei aus seiner Sicht voreiligen Maßnahmen. Das finde ich eigentlich auch ganz gut, bei vielen anderen Ärzten habe ich als Privatpatient oft das Gefühl, vor allen Dingen als Einkommensquelle gesehen zu werden (Zitat von meinem Hausarzt: "Das größte Gesundheitsrisiko in Deutschland ist es, privat krankenversichert zu sein" :D )
    • Eisenrad ist n interessanter Nick für ne Bohnenstange ;)

      Mit schon mal HBA1c 6 hast Du den Beweis geliefert, dass Du Diabetisch kannst. Du brauchst dich dafür nur im völlig normalen Rahmen zu ernähren und zu bewegen. Wer nicht Diabetisch kann, kann sich den ganzen Tag auf der Kautsch nudeln, ohne seinen BZ in den Spitzen um ne Stunde nach dem Einverleiben je über 140-160 antreiben zu können.

      Diabetes ist mit sehr hoch angesetzten Grenzwerten definiert, nüchtern über 125 mg/dl, über 200 2 Stunden nach dem Trinken der Testlösung oder und HBA1c 6,5 und mehr. Auch wenn man einen dieser Grenzwerte überschritten und damit offiziell Diabetes hat, ist man mit dem 24/7 gesund gesteuerten Blutzucker de facto genauso gesund wie ein gesunder Mensch. Das gilt auch für alle, die mit ihrem BZ noch unter den Diagnose Grenzen im prädiabetischen Bereich liegen, nach meiner Schreibe hier also Diabetisch können, und ihren BZ 24/7 gesund steuern.

      Der gesunde Bereich ist BZ-mäßig auch nicht organisch angenagelt, sondern nach der Statistik willkürlich definiert. Wahrscheinlich leben einige Gesunde mit insgesamt etwas höherem BZ, aber mit ganz normal kleinen Schwankungen von vor und nach nem Eimer Cola und mit ganz normalem Glukose- und Insulin-Umsatz.
      Wer dagegen im prädiabetischen BZ-Bereich auf dem Weg zum Diabetes unterwegs ist, hat selten eine grenzwertig niedrige Insulin-Ausgabe (Richtung Typ1) und meistens eine deutlich höhere als gesunde Menschen beim selben BZ (Richtung Typ2). Gaaanz wenige sind dann noch irgendwie anders.

      Wer vom Dok im Bereich des Prädiabetes entdeckt wird, kriegt normal die Empfehlung zum Abnehmen und mehr Bewegen und die Ansage, dass man die BZ-Entwicklung im Auge behalten muss, z.B. mit jährlicher oder häufigerer Überprüfung.
      Wenn dann eine der Diagnosegrenzen überschritten wird, beginnt die medikamentöse Behandlung.
      Als gut behandelter Diabetes gilt der mit dem Blutzucker meistens im Bereich des Prädiabetes.
      Gesunder Blutzucker gilt mit medikamentös behandeltem Diabetes wg wahrscheinlicher häufiger Unterzuckerungen als völlig ungesund.

      Ein bisschen lang, aber für nen groben Überblick hoffentlich ausreichend.
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • @hjt_Jürgen : Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

      Ich sehe schon, dass ich eigentlich(fast) alles richtig mache bzw. gemacht habe. Zum Abnehmen bleibt wirklich nicht mehr viel, jedenfalls kein Fett und ich bewege mich auch (1 Stunde Radfahren / Tag, 3 Stunden Joggen / Woche, 2 Stunden Kraftsport / Woche + viel zu Fuss unterwegs, niemals Fahrstuhl oder Rolltreppen, ab und zu mal Yoga). Mehr geht aber natürlich immer.

      Bleibt also die Ernährung. Hier sehe ich auch wenig Potential. Ich mache in der Woche 16/8 Intervallfasten. Ich esse keinen Zucker, ausser selten mal in dunkler Schokolade oder einen Teelöffel Ahornsirup im Joghurt. Ich esse keine Getreide, ausser etwas Haferkleie in meinem selbstgebackenen Low-Carb Brot und vor dem Sport ab und zu gerne mal Porridge. Auf letzteres zu verzichten fiele mir sehr schwer, da ich doch wesentlich leistungsfähiger bin beim Laufen mit Kohlenhydraten und zum Muskelaufbau sind ja auch ein paar Kohlenhydrate notwendig. Ein Dilemma also.


      Dank & Gruß
      Stefan
    • So lange, wie Du das sportlich siehst und für Deinen gesunden BZ wesentlich Essenauswahl und -portionierung und ne Menge physische Aktivität einsetzt, bricht Dir nicht wirklich ein Zacken aus der Krone, wenn der Defekt an Deiner BZ-Automatik zunimmt und Du Medi-Unterstützung brauchst. Da is nix dran Deine Schuld oder Dein Unvermögen.

      Wenn Du Deinen bisherigen Einsatz mit nem Facharzt besprichst, testet der wahrscheinlich von Anfang an umfasender, so dass Dir ne endlose Medi-Ausprobiererei erspart bleibt. Daumendrück.
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • Ich kann auch noch meinen Senf beitragen.

      Ich beschäftige mich schon länger mit meinem Blutzucker, da ich in Richtung "prä" unterwegs bin. Ich messe relativ häufig und experimentiere mit meiner Ernährung um zu sehen, wie mein Körper auf welche Nahrungszufuhr reagiert.

      Bei mir führt strenges Intervallfasten und ebenso eine "very low carb" Ernährung relativ schnell zu erhöhtem Morgenblutzucker (zwischen 100 und 110). Wenn ich wieder mehr KH esse, dann sinkt der Morgenblutzucker auf unter 100, meist um die 90, auch bis 80. Evtl. ist es das Phänomen der sog. physiologischen Insulinresistenz. Vielleicht passiert das je nach genetischer Ausstattung früher oder später.

      Ich reagiere anscheinend auf gesättigte Fettsäuren mit erhöhten BZ Werten, sowohl nach dem Essen als auch am Morgen. Ich weiß, dass das manche nicht so gern lesen. Aber bei mir ist es so. Es gibt auch Studien dazu, die aber stark kritisiert werden. Muss jeder selbst wissen...

      Am zuverlässigsten komme ich in einen guten BZ Bereich, wenn ich mich weitgehend vegan mit viel Gemüse, ungesättigten Fetten und einigen komplexen KH ernähre.

      Mein absolutes "Killeressen" ist die Kombination simple KH + gesättigte Fettsäuren / Transfettsäuren. Beispiele:
      * weißer Reis mit Kokosfett
      * Berliner/Pfannkuchen
      * Pommes Frites

      Nichts, mit Abstand, schießt mich so ab wie diese Kombination.

      Pasta al dente mit Tomatensauce mit viel Olivenöl bringt mich hingegen nicht über 140.

      Es kann sich lohnen, mit sich selbst zu experimentieren. Die Variablen, an denen man drehen kann, sind vielfältig. Nach meiner Erfahrung sind es:

      * Häufigkeit des Essens
      * Low-carb oder nicht (natürlich nur komplexe KH)
      * Gesättigte Fette oder nicht (und damit verbunden: Tierprodukte oder nicht)
      * Körpergewicht. Bei mir gibt es eine merkliche Verschlechterung ab einem BMI von ca. 23

      Viel Erfolg!
    • robert.kanada schrieb:

      Mein absolutes "Killeressen" ist die Kombination simple KH + gesättigte Fettsäuren / Transfettsäuren. Beispiele:
      * weißer Reis mit Kokosfett
      * Berliner/Pfannkuchen
      * Pommes Frites

      Nichts, mit Abstand, schießt mich so ab wie diese Kombination.
      Na bei der Kombi bestreitet das hier sicherlich niemand, vor allem die mit IR oder Dia2.

      robert.kanada schrieb:

      * Körpergewicht. Bei mir gibt es eine merkliche Verschlechterung ab einem BMI von ca. 23
      Das kenne ich leider auch. Bei mir gerät schon früh der Stoffwechsel aus den Fugen, BMI über 23 geht nicht. :(

      Aber das ist ja nicht das Problem des Fragestellers.
      Sorry für einiges an OT dieses Beitrags in Deinem Faden Eisenrad.
      Liebe Grüsse
      ragi123 :)


    • ragi123 schrieb:

      Aber das ist ja nicht das Problem des Fragestellers.
      Sorry für einiges an OT dieses Beitrags in Deinem Faden Eisenrad.
      deswegen hatte ich meine Grenzsonnenantwort ja auch in meinen Fred geschrieben ;)
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • robert.kanada schrieb:



      Es kann sich lohnen, mit sich selbst zu experimentieren. Die Variablen, an denen man drehen kann, sind vielfältig.
      Vielen Dank für die nützlichen Tipps, ich hätte die Sache ja nicht für so komplex gehalten. Gestern Abend habe ich mal auf Zwang 1000 kcal in Form von Schokolade und Nüssen zu mir genommen, nach 1 Std. lag der BZ bei 147. Also auch wieder ein weiterer Hinweis auf Prä-Diabetes, wenn ich es richtig verstehe. Was gemerkt habe, mein BZ nach einem KH-armen Essen liegt auch nur leicht über 100 liegt, so wie meistens mein NBZ.
      Ja, BMI 23 ist nicht mein Problem, liege bei 19 :D

      Gruß
      Stefan