Bin ich Diabetiker?

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    • sullivan schrieb:

      Schließt das eine denn das andere aus ? Ich bin auf LOGi gestoßen, um mich gesünder zu ernähren und meinen BMI zu verringern. Bereits hierfür ist ein möglichst gesunder Zuckerstoffwechsel elementar, entsprechend war und ist das ohnehin meine höchste Priorität, und so lebe ich ja seit einem Jahr.
      Es gibt hier einige TeilnehmerInnen, die auch mit sehr strengem und eingeschränktem LOGI zwar einen gesünderen Blutzuckerverlauf erreichen, aber noch lange keinen gesunden. Und Du hast hier noch nirgendwo dargestellt, wie Du im Verlaufe dieses letzten Jahres auch nur versucht hast, Deinen BZ im konkret gesunden Rahmen zu steuern, oder?
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • Hallo Jürgen,

      übertreibst du hier nicht ein bisschen?

      Sullivan beschäftigt sich erst kure Zeit mit LOGI und mit seinem BZ noch nicht einmal 24 Stunden. Da kannst du wohl schwerlich Rechenschaft über seine Bemühungen im Verlauf des letzten Jahres einfordern.

      @sullivan
      ich wünsche dir viel Erfolg mit LOGI - auch für deinen BZ-Verlauf - für das vor dir liegende Jahr.

      Beste Grüße, Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 mit 6IE Lantus
    • Hab den Punkt jetzt glaube ich verstanden. Dass es naiv ist zu glauben, man könne einer Blutzuckerstörung mit etwas LOGi, etwas Bewegung plus etwas Disziplin beizukommen, sprich einfach so weiterzumachen wie bisher.

      Hab mir das sicher tatsächlich zu simpel ausgemalt, weil mich die Perspektive tatsächlich schreckt. Mir ging's knapp 20 Jahre absolut mies, nicht nur die Ernährung war absolut eingeschränkt, sondern einfach alles, der komplette Stoffwechsel spielte permanent verrückt, ohne dass Ärzte wirklich helfen konnten. Bei Kopfschmerzen hab ich nicht mal ne Aspirin vertragen und beim Zahnarzt keine Betäubung. Vor einiger Zeit begann sich das sukzessive zu bessern und jeden einzelnen Tag musste ich mich vor Freude darüber kneifen, dass alles endlich wieder unkomplizierter wurde. Viele Beschwerden waren nicht komplett weg, aber ich habe zumindest wieder vieles vertragen, was lange nicht ging. LOGi empfand ich als perfekt für diesen Neubeginn - überzeugender Ansatz, kein strenger Dogmatismus, keine Verbote, kein pedantisches Beobachten oder Kalorienzählen. Und dennoch bewusste Ernährung. Gerade gestern hatte ich noch begeistert darüber geschwärmt.

      Von heute auf morgen ist das alles passé und ab sofort ist 24/7 persönlicher Einsatz gefordert. Dieses Korsett macht mir tatsächlich Panik. Angefangen von der permanenten Kontrolle der BZ-Werte über deren Interpretation und den Konsequenzen daraus. Das Thema erscheint mir einfach unüberschaubar komplex. Wenn ich mich durch die Threads hier pflüge, sehe ich tatsächlich, dass ein bisschen gesunde Ernährung nicht genügt. Andernfalls wären viele ja nicht auf Medikamente angewiesen. Mit denen es ihnen aber häufig auch nicht gut geht. Ich bewundere die Kraft aller, die sich damit rumschlagen. Und habe gleichzeitig das Gefühl, das bekomme ich nicht (nochmal) hin, 24/7.

      Wahrscheinlich habe ich mich tatsächlich an den Strohhalm geklammert, erstmal noch etwas Diagnostik machen zu lassen und dann weiterzusehen. Anstatt einfach zu akzeptieren, dass sich ab jetzt alles ändern wird.

      Danke euch allen für die Unterstützung.
    • sullivan schrieb:

      Hab den Punkt jetzt glaube ich verstanden. Dass es naiv ist zu glauben, man könne einer Blutzuckerstörung mit etwas LOGi, etwas Bewegung plus etwas Disziplin beizukommen, sprich einfach so weiterzumachen wie bisher.
      Von heute auf morgen ist das alles passé und ab sofort ist 24/7 persönlicher Einsatz gefordert. Dieses Korsett macht mir tatsächlich Panik. Angefangen von der permanenten Kontrolle der BZ-Werte über deren Interpretation und den Konsequenzen daraus. Das Thema erscheint mir einfach unüberschaubar komplex.
      Hallo sullivan,

      du hast nicht falsch gedacht, es kann für dich vielleicht wirklich ganz einfach mit LOGI und Bewegung funktionieren. Dein letztes HbA1c von 5,6% und der NBZ von 101mg/dl zeigen ja bereits, dass du voll auf dem richtigen Weg bist. Wenn du diese gute Entwicklung mit genauso guten oGTT-Werten bestätigt bekommst, dann geht es bei dir nur darum, diesen Weg konsequent weiter zu gehen.

      Eventuell kannst du deinen Weg dann erweitern um gelegentliche BZ-Messungen zur Kontrolle und zu deiner Sicherheit. Aber ein 24/7-Einsatz wie ihn hier manche Diabetiker benötigen, wird es für dich - wenn sich die guten Werte an der unteren Grenze zum Prädiabetes bestätigen - auf gar keinen Fall.

      Bleibe entspannt bei deinem LOGI-Projekt und lass sich nicht von einem Schreckgespenst, dass dich wahrscheinlich gar nicht betrifft, in den Wahnsinn treiben.

      Viel Erfolg, Rainer
      Typ2-Diabetiker seit 2002
      HbA1c ~6,0 mit 6IE Lantus
    • Ich kann mich Rainer nur anschließen, du siehst im Moment, vermutlich durch die vielen Infos hier, total schwarz, dabei hast du für einen potentiellen Diabetiker super Werte. Du machst es richtig, wie du dich ernährst. Dass vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch Optimierungsbedarf sein könnte, versteht sich von selbst.
      Nur wir essen nicht nur, um zu leben, sondern wir wollen ja auch ein genussvolles Leben haben, nach dem alten Motto:
      "Wer nicht genießt, wird ungenießbar!"
      Es gibt hier einige Hardliner - Diabetiker,die sicherlich toll damit umgehen, aber es nützt sich, jetzt deprimiert den Kopf in den Sand zu stecken, sondern deinen eigenen Weg zu gehen. Viel kannst du momentan nicht falsch machen, sonst hättest du andere Werte.
      Wo Worte selten, haben sie Gewicht! William Shakespeare
    • Sullivan, Du machst doch schon alles richtig, was sich ja auch an den BZ-Werten zeigt. Logi ist optimal dafür und Deine Radtouren sind doch Klasse. Und die gute Gewichtsabnahme bei Dir zeigt, wie gut es bisher funktioniert hat.

      Ich habe Dia2 diagnostiziert bekommen vor fast 4 Jahren und nehme keine Medikamente. 1 x pro Monat mache ich ein Tagesprofil beim BZ-Messen, d.h. ich messe den Nüchternwert und 1 + 2 Std. nach dem Essen. Hin und wieder mache ich auch mal zu verschiedenen Zeiten nach dem Essen eine Einzelmessung, um zu sehen, dass noch alles o.k. ist. Logi und Sport reichen bisher gut aus. Ich finde das völlig easy und empfinde das überhaupt nicht als "Korsett".

      Du schriebst übrigens noch was von Bauch, den Du noch hast.
      Ich hatte in 10 Monaten mit Logi mehr Gewichtsabnahme erreicht, als ich mir am Anfang vorgestellt hatte, aber immer noch einen erhöhten Bauch-/Taillenumfang.
      Meine Hausärztin meinte damals, damit müsste ich mich wohl abfinden. Ich habe aber dann noch weiter abgenommen, es waren nur 4-5 kg, was dann aber den Bauchumfang noch mal um ganze 10 cm verringert hat. Das war also erst ganz zum Schluss meiner Gewichtsabnahme.
      Mach einfach mit Logi weiter und schau erst mal ob sich bei den allerletzten Kilos (die i.d.R einfach nur langsam verschwinden) sich das Ganze nicht dadurch regelt.
      Liebe Grüsse
      ragi123 :)


    • Hallo sullivan,

      Du schreibst, dass es dir 20 Jahre lang richtig mies ging. Gib deinem Körper Zeit, sich besser zu fühlen. Einen 24/7-Einsatz wirst du langfristig gesehen schwer durchhalten. Besser ist es eine dauerhafte Umstellung auf Logi mit möglichst viel Bewegung plus Freude daran zu erreichen. Diese Lebensfreude ist dein Antrieb und deine Belohnung.

      Lass dich von Zahlen auf dem Papier nicht verunsichern. Ja, sie zeigen dir dass dein Körper altert und in Punkto Blutzuckersteuerung eine Schwachstelle hat. Diese hast du erkannt und pflegst sie besonders. Das ist mehr wert als eine flotte Tablette zu gleichbleibend ungünstiger Ernährung.

      Schau, was du in einem Jahr Logi verändert haben wirst. Du hast Zeit, lebe den Genuss und die Fröhlichkeit.

      nette
    • Au Backe, wie komme ich da jetzt wieder raus? Schaumama:

      sullivan schrieb:

      Hab den Punkt jetzt glaube ich verstanden. Dass es naiv ist zu glauben, man könne einer Blutzuckerstörung mit etwas LOGi, etwas Bewegung plus etwas Disziplin beizukommen, sprich einfach so weiterzumachen wie bisher.
      Wenn beizukommen bedeuten will, dass die Störung weg ist oder gar nicht da, wenn sie beim großen Diagnosetest nicht (mehr) auffällt, ist das schlicht unzutreffend. Denn der Blutzucker, der bei völlig normalem Verhalten ohne LOGI immer höher ansteigen will, ist nicht die Störung, sondern ihre erste wesentliche Auswirkung, also ihr erstes und oft einziges Symptom. Und bisher ist unbekannt, was die Störung verursacht.
      Interessant für uns mit der Störung: In dem Maße, in dem wir das Symptom im gesunden Bereich halten, egal, ob es schon ne Diagnosegrenze überschritten hat oder nicht, macht es weniger häufig bis nie von den gefürchteten weiteren Störungen.

      Montalban schrieb:

      Du hast eine Störung im Zuckerstoffwechsel,

      aber den Werten Xx heißt das Diabetes,

      aber die Störung ist so oder so da, egal ob das jetzt Diabetes heißt oder nicht
      Wenn also beizukommen das gesunde Leben mit der Störung bedeuten will, bin ich voll bei Dir, und ich finde super, was Du schon für Dich an Verbesserungen Deiner alltäglichen Befindlichkeit erreicht hast :)
      Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
    • Vielen Dank euch allen für die ermutigenden Worte. Bin grad im Stress (etwas Ablenkung schadet aber auch nichts, bevor man sich zu sehr reinsteigert), demnächst dann sicher nochmal ausführlicher. Hab heut die Augen checken lassen, alles bestens, bis auf den alterstypischen Kram. ;) Ist doch auch schon mal was. Schönes WE euch.
    • Nach längerer Abstinenz als geplant meld ich mich dann mal wieder zurück hier. :)

      Erstmal erneut danke für die Resonanz. Tatsächlich fiel es mir schwer, dieses für mich aus heiterem Himmel kommende Thema einzuordnen und zu verarbeiten. In meinem speziellen Fall hing es wie gesagt sehr stark damit zusammen, dass ich das vergangene Jahr als ungeheure Befreiung von zahlreichen gesundheitlichen Einschränkungen erlebt habe, es war quasi wie eine Neugeburt. Und nun hatte ich Panik, mir von heute auf morgen wieder ein enges Korsett an Regeln anlegen zu müssen, wenn ich mittelfristig halbwegs gesund bleiben möchte. Entsprechend hatte ich speziell die "24/7"-Aussage zunächst etwas zu düster interpretiert.

      Hinzu kam, dass ich mich in besagtem letzten Jahr ja keineswegs habe gehen lassen, sondern bereits sehr diszipliniert und bewusst gelebt habe. Konkret hieß das: Die ganze Zeit über kein einziges Teelöffelchen Zucker, auch kein Süßstoff. Viel Gemüse, Obst nur sehr sparsam. Keine Limos, keine Fruchtsäfte. Kein Mehl, kein Brot, generell sehr wenig Kohlenhydrate. Keine verarbeiteten Lebensmittel und eine ganze Menge Sport. Es hat mir einfach Angst gemacht, dass selbst das womöglich nicht reicht.

      Die darauffolgenden Tage war ich dann schon deutlich entspannter mit dem Thema. Hab interessehalber aber recht exzessiv meine Werte gemessen. Auffällig dabei fand ich, dass sich meine Nüchternwerte (liegend und gewissermaßen noch im Halbschlaf gemessen) am ehesten im etwas kritischen Bereich bewegen, während die Schwankungen im weiteren Tagesverlauf sich in recht engen Grenzen hielten. Wahrscheinlich sähe das anders aus, wenn ich ohne Ende Kohlenhydrate in mich reinstopfen würde.

      Generell will ich mich mit dem Thema nicht zu irre machen, sondern in etwa so weitermachen wie im vergangenen Jahr. Da hatten sich die Werte, auch ohne dass ich das Thema ansatzweise auf dem Schirm hatte, ja bereits wieder verbessert, dank der wieder möglich gewordenen vernünftigeren Ernährung. Falls ich mit meinem 2018 begonnenen Projekt "flacher Bauch" weiterhin Stück für Stück vorankomme, wird mein Blutzucker sicher auch nicht böse darüber sein. Also knüpfe ich daran an, werde nicht täglich fünfmal nervös auf die Werte schauen, sie aber in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen.

      Genau genommen habe ich zwei "Hausärzte". Den einen direkt vor meiner Tür, dieser hatte den Blutzuckerwerten ja erstaunlich wenig Beachtung geschenkt, deshalb kamen die Einschätzungen hier im Forum so überraschend für mich. Für Hausarzt zwei bin ich eine dreiviertel Stunde unterwegs, und auch mit Termin sitzt man nochmal locker zwei Stunden im Wartezimmer. Dafür nimmt er sich dann aber meistens auch rund 45 Minuten Zeit für einen. Dort war ich vor einigen Tagen. Seine Bewertung der Laborwerte deckte sich mit eurer: Anhand der Werte falle ich in die Definition von Diabetes, was aber erstmal kein Drama bedeutet. In ein paar Tagen werde ich die aktuellen Langzeitwerte haben.

      Ich hoffe also, dass diese sich in einem okayen Bereich stabilisieren oder sich noch ein wenig verbessern. Werde versuchen, über Ernährung und Lebensweise meinen Teil dazu beizutragen, ohne mich damit zu sehr zu stressen oder mir den Spaß an der zuletzt wiedergewonnenen Lebensqualität zu nehmen.

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