LOGI, Flexicarb und Leberfasten  - Das Ernährungsforum von Nicolai Worm
Allgemeines zu Leberfasten und LOGI - Druckversion

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- D-Mike - 16.06.2013

@Kakaomandel

Bevor ich beginne, möchte ich noch ausdrücklich betonen, dass ich weiß, dass es nicht richtig und vollständig ist, zu pauschalisieren. Wie immer gibt es eine Menge von Menschen, die eben ausserhalb der "breiten Mitte" sind und es sehr viel andere Gründe gibt, als die hier von mir angeführten.

Als ich beim Optifastprogramm vor vielen vielen Jahren war, Hatten wir , wie in diesem Programm üblich, psychotherapeutische Begleitung. Wir waren alle, das ist voraussetzung bei Optifast, mit einem BMI > 32 dorthin gekommen. Das Programm ist für mich seit üder 12 Jahren beendet und trotzdem erinnere ich mir an eine Bemerkung unserer Therapeutin immer noch sehr gut; was sie nie verstehen würde ist, dass man nicht früher etwas tut, warum man es so weit kommen läßt.......Eine richtige Antwort habe ich darauf bis jetzt für mich immer noch nicht gefunden. Ich habe danach erlebt, wie schön es mit wenig Gewicht ist, wie wohl man sich fühlt, wie schön es ist, leistungsfähig zu sein. Und trotzdem: als mein Leben schwierig wurde, war alles vorbei. Klar habe ich gekämpft, aber es war aussichtslos.

Die Gefahr allein, ernsthaft zu erkranken, reicht nicht aus, das habe ich selbst bei mir so erlebt. Bei vielen, einen Fall hast Du geschildert, reicht auch ein richtiger Schuss vor den Bug nicht aus....ich stelle mir die Frage ob es die Sucht ist, die hier der entscheidende Grund ist. Eine gefährliche Sucht, weil Essen nach meinem Empfinden gesellschaftlich nicht als Sucht anerkannt ist, nicht schnell umbringt......essen betäubt, ist bei uns leicht zu bekommen und zwar in einer Form, dass das Betäuben auch noch schnell geht. Schnelle KHs, leicht zu bekommen, " lebensmittel" zu Preisen, die in Europa mit die niedrigsten sind. Und wenn das so ist mit der Sucht, ist dann Diskussion nicht sinnlos?

Ich bin nur durch Zufall auf LOGI gekommen. Und weißt Du, was mich überzeugt hat? Das satt sein!!! Ich konnte seit vielen Jahren mal wieder so viel essen, dass ich satt war - ohne zuzunehmen, wie es bei KH-reicher Kost war. Natürlich kommt heute durch viel Info einfach die Überzeugung hinzu, und selbstverständlich die noch nicht zur Routine gewordene Erfahrung, dass es mir sehr viel besser geht.

Eine Frage geht mir seit vielen Wochen durch den Kopf: wenn alle, Medien, Lebensmittelindustrie, Schulen, DGE etc. eine logische Ernährung seit drei Jahrzehnten propagiert hätten, was wäre dann wohl aus mir geworden?

Nachdenklich,

Wolle


- Nilpferd - 16.06.2013

Wisst ihr eigentlich, wie niederschmetternd es ist, das alles zu lesen?
Ich habe zwar keine Fettleber, aber mein Mann. Und je mehr medizinische Neuentdeckungen es gibt, desto mehr staune ich, dass mein Mann und ich überhaupt noch leben. Immerhin hat mein Mann keinen Diabetes, aber wie unsere Hausärztin mir die Woche sagte, ist mein Mann in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung. Er hat so viele Baustellen, dass sie erst mal das Wichtigste angeht, das Rauchen und seinen Bluthochdruck. 140/80 lässt sie ihm nicht durchgehen.
Ich mach mir eh schon solche Sorgen um ihn, das mit der Fettleber hat mir jetzt grad noch gefehlt.
Ich glaub, ich les solche Sachen nächstens gar nicht mehr.


- Kakaomandel - 16.06.2013

Confiance,'index.php?page=Thread&postID=875044#post875044' schrieb:dass man nicht früher etwas tut, warum man es so weit kommen läßt.......Eine richtige Antwort habe ich darauf bis jetzt für mich immer noch nicht gefunden.
Ich auch nicht... wahrscheinlich ist die Geschichte, warum es so weit kommt, bei jedem eine andere.
Ich weiß, dass es bei mir und auch bei meinen Geschwistern nicht so weit kam, weil wir irgendwie traumatisiert waren. Von einer 130kg-Großmutter, die noch dazu ein Drache war. Von ihr kam die Methode, Frust mit Schokolade zu bekämpfen, sobald ein Kind plärrte, bekam es was Süßes in den Mund. Irgendwann jedoch schreckte mich ihre Fülle total ab. Ich musste als Kind manchmal bei ihr im Zimmer schlafen, kann mich an das 'Entblättern' erinnern und denn Anblick, wenn sie das Korsett öffnete. Ab da habe ich höllisch aufgepasst und wurde schlank.
Aber das ist doch auch nicht normal! Besser wäre es, positive Vorbilder zu haben. Das war dann eher meine Mutter. Zwar auch leicht übergewichtig, hat sie uns immer Gesundes auf den Tisch gestellt, tatsächlich viel Gemüse.

Confiance,'index.php?page=Thread&postID=875044#post875044' schrieb:Und trotzdem: als mein Leben schwierig wurde, war alles vorbei. Klar habe ich gekämpft, aber es war aussichtslos.

Das glaube ich sofort! Und bei Krisen greifen Muster, die schon mal geholfen haben...
Confiance,'index.php?page=Thread&postID=875044#post875044' schrieb:Eine gefährliche Sucht, weil Essen nach meinem Empfinden gesellschaftlich nicht als Sucht anerkannt ist, nicht schnell umbringt......essen betäubt, ist bei uns leicht zu bekommen und zwar in einer Form, dass das Betäuben auch noch schnell geht. Schnelle KHs, leicht zu bekommen, " lebensmittel" zu Preisen, die in Europa mit die niedrigsten sind.
Ja, genau! Und kaum einer nimmt es wirklich ernst! So wie auch das Zuviel an Alkohol nicht ernst genommen wird.

Confiance,'index.php?page=Thread&postID=875044#post875044' schrieb:Und weißt Du, was mich überzeugt hat? Das satt sein!!!
Mich auch! Big Grin Auf ein Mal war nicht mehr diese Disziplin nötig...

Confiance,'index.php?page=Thread&postID=875044#post875044' schrieb:Eine Frage geht mir seit vielen Wochen durch den Kopf: wenn alle, Medien, Lebensmittelindustrie, Schulen, DGE etc. eine logische Ernährung seit drei Jahrzehnten propagiert hätten, was wäre dann wohl aus mir geworden?

Gut, vielleicht kämen dann wenigstens die, die wollen, eher auf einen funktionierenden Lösungsweg. Wenn wenigstens die 'offiziellen Erziehungsorgane' schon weiter wären.

Nur: Der lebenmittelindustrie, Pharmazie und den Ärzten die ganze Schuld in die Schuhe zu schieben, ist mir zu einfach. Das wäre so, als würde man alle Motorradunfälle der Mototrradindustrie zuzuscheiben sowie die Klimakatastrophe allein den Kohlekraftwerken, alle Lungenkrebse, COPDs usw. den Zigarettenherstellern und -verkäufern und Gaststätten die es dulden usw usw.
Man müsste alles verbieten oder kontrollieren, aber wo führt das hin?

Nein, pauschalisieren möchte ich auch auf keinen Fall. Mir scheint nur, der Weg, eine gesunde Ernährungsform zu entdecken ist einfacher als Überzeugungsarbeit bei der Umsetzung zuerreichen, und aktuell finde ich es besonders schwierig...
Gerade heute mit jemandem brunchen gewesen, der auch einen XXL-Medizinball verschluckt hat und meint, dass er schon 10 Jahre nicht beim Arzt war, weil er denen eh nicht glaubt und DM und KHK bekomme er nicht, weil sein Bauch ihm sage, was gut für ihn sei 'lach' das sah man....

Mir geht es jedenfalls manchmal so, dass ich mich fühle wie bei Watzlawic: Wer den Hammer in der Hand hat...


- D-Mike - 16.06.2013

@Kakaomandel Confusedehrgut:


- Nicolai Worm - 16.06.2013

@ Wolle
Zitat:Eine Frage geht mir seit vielen Wochen durch den Kopf: wenn alle, Medien, Lebensmittelindustrie, Schulen, DGE etc. eine logische Ernährung seit drei Jahrzehnten propagiert hätten, was wäre dann wohl aus mir geworden?
Dabei wird LOGI von DGE und der Mehrheit der Ernährungsberater nach wie vor abgelehnt: Zu viel Fett, zu viel Eiweiß usw. Zu einem Vortrag auf einer Tagung des Verbands der Ökotropholgen, deren Mitglied ich seit ewigen Zeiten bin, darf man mich nicht einmal einladen! Persona non grata! 8)

@ Kakaomandel
Im Detail haben Sie natürlich Recht. Ich verstehe dennoch nicht, warum es allgemeiner Konsens geworden ist, bei einer Krankheit, die genetisch angelegt aber bei der Mehrheit durch "Lebensstilfehler" zum Ausbruch kommt, die Betroffenen nicht in die Selbstverantwortung zu nehmen. Wenn ich auf Kongressen Vorträge zum T2DM höre steht immer an erster Stelle, die "Lebensqualität" der Patienten zu erhalten. Gemeint ist damit, dass sie möglichst so weiter leben können wie bisher. Ich weiß nicht wie man es ethisch, organisatorisch und politisch erreichen könnte, aber ich bin sicher, wenn Patienten an den immensen Kosten der Therapie beteiligt würden, wäre ein Mehr an Selbstverantwortung schneller zu erreichen. Eine möglichst nebenwirkungsfreie aber wirksame medikamentöse Therapie ist unabdinglich, aber aus meiner Sicht sollten das die ultima ratio sein.

Zitat:Das satt sein!!! Mich auch! Auf ein Mal war nicht mehr diese Disziplin nötig...
Mich erst! Erst mit LOGI hatte ich endlich mein Problem gelöst! Smile

@ Nilpferd
Zitat:Er hat so viele Baustellen, dass sie erst mal das Wichtigste angeht, das Rauchen und seinen Bluthochdruck. 140/80 lässt sie ihm nicht durchgehen.
Ich mach mir eh schon solche Sorgen um ihn, das mit der Fettleber hat mir jetzt grad noch gefehlt.

Erst die Fettleber – der Blutdruck kommt automatisch hinterher!
Smile


- Kakaomandel - 16.06.2013

Nicolai Worm,'index.php?page=Thread&postID=875066#post875066' schrieb:Ich verstehe dennoch nicht, warum es allgemeiner Konsens geworden ist, bei einer Krankheit, die genetisch angelegt aber bei der Mehrheit durch "Lebensstilfehler" zum Ausbruch kommt, die Betroffenen nicht in die Selbstverantwortung zu nehmen. Wenn ich auf Kongressen Vorträge zum T2DM höre steht immer an erster Stelle, die "Lebensqualität" der Patienten zu erhalten. Gemeint ist damit, dass sie möglichst so weiter leben können wie bisher.
Stimmt, so wird's gesagt, vielleicht weil die Autoren dieser Aussage selbst ihren Lebensstil nicht ändern würden?
Obwohl.... Prof. P. ist immer wenn ich ihn bei Essen beobachten kann (und das ist nicht so selten) nur logisch Big Grin

Nicolai Worm,'index.php?page=Thread&postID=875066#post875066' schrieb:Ich weiß nicht wie man es ethisch, organisatorisch und politisch erreichen könnte, aber ich bin sicher, wenn Patienten an den immensen Kosten der Therapie beteiligt würden, wäre ein Mehr an Selbstverantwortung schneller zu erreichen
Da bin ich sofort bei Ihnen. Für andere Erkrankungen wäre das auch sinnvoll, z.B. COPD.

Nicolai Worm,'index.php?page=Thread&postID=875066#post875066' schrieb:Eine möglichst nebenwirkungsfreie aber wirksame medikamentöse Therapie ist unabdinglich, aber aus meiner Sicht sollten das die ultima ratio sein.

Dito, sie kann ergänzen und evtl. muss irgendwann Insulin her, aber niemals als alleinige Lösung.


- Kakaomandel - 16.06.2013

Nicolai Worm,'index.php?page=Thread&postID=875066#post875066' schrieb:und dann steht das in den Diabetes-Blättern, dass eigentlich Low-GI und LOGI und Low-Carb nicht wirklich eine gute Alternative sind - oder?
Wink


Nicolai Worm,'index.php?page=Thread&postID=875066#post875066' schrieb:Dabei wird LOGI von DGE und der Mehrheit der Ernährungsberater nach wie vor abgelehnt: Zu viel Fett, zu viel Eiweiß usw. Zu einem Vortrag auf einer Tagung des Verbands der Ökotropholgen, deren Mitglied ich seit ewigen Zeiten bin, darf man mich nicht einmal einladen! Persona non grata! 8)

Sagen Sie haben Sie sich da irgendwann mal total unbeliebt gemacht Big Grin


- MelH - 16.06.2013

Und wenn ich Euch jetzt sage, dass 50% der DM Typ2er, die ich in der Beratung hatte/ habe, die frisch diagnostiziert waren UND die Kosten selber gezahlt haben, nach 12 Wochen Beratung wieder aufgehört haben?
OBWOHL sie sofort sehen konnten, wie sich Ihre BZ Spitzen reduzierten
OBWOHL alle gut Gewicht reduzierten
OBWOHL sich der HbA1c nach unten bewegte
OBWOHL sie an mir sehen konnten, dass LOGI praktikabel ist und man nicht zum Aussenseiter wird.

Weils " schon ganz schön ne Umstellung ist" :91:

Okay wir reden von vier von acht Patienten, alles einigermassen gebildet und einigermassen betuchte Leute.
Aber mich frustriert das!

Und wie sollen denn dann die NAFLD er die nix messen können, die weniger motiviert sind, die sich nicht unmittelbar bedroht sehen, da mit machen?


- D-Mike - 16.06.2013

@Dr. Worm

Zitat:Zu einem Vortrag auf einer Tagung des Verbands der Ökotropholgen, deren Mitglied ich seit ewigen Zeiten bin, darf man mich nicht einmal einladen! Persona non grata! 8)

ja, das ist mir bekannt...und finde das ziemlich traurig. Aber ist es nicht immer so: wenn die Argumente ausgehen wirds persönlich.... ;( . Mir haben Sie jedenfalls ein ganz neues Leben eröffnet :100:

@MelH
Wenn Diabetes von Anfang an weh tun würde, würde das nicht passieren. HB1C von > 7 auf < 6 ? Yepp, das ist eins weniger.... Das das für den "wissenden" frustrierend ist, kann ich sehr gut nachvollziehen...


- MelH - 16.06.2013

@wolle
Und ich mach das nur nebenbei...
Ich ziehe meinen Hut vor Leuten wie Katti!