NAFLD und Herz-Kreislauferkrankungen
#21
Applaus, Applaus auch von mir. Bin Typ 1 Diabetiker und muss mich 24 Stunden lang täglich um meinen Diabetes kümmern. Falls ich das 24 Stunden nicht mehr tue und esse was ich will - auch mit Insulin - kann dies ein schlimmes Ende für mich nehmen. Meine Mutter starb als knapp 51-Jährige (Diabetikerin, Dialyse-Patientin) an einem Schlaganfall mit Leberzirrhose vor 30 Jahren ohne je im Leben Huh Alkohol getrunken zu haben - damals hatte man nicht die medizinischen Vorraussetzungen wie heute - aber jetzt wissen wir es besser - und noch mehr!

Liebe Grüße Birgit
Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.

Wilhelm Busch
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#22
@Kakaomandel

Genau so ist es. Ich hab selber lange zu dieser Gruppe gehört, nur wurde mir halt immer gesagt: Iß mehr BROT und NUDELN, aber natürlich Vollkorn...
Und das habe ich nie durchgehalten...

Nun mit Logi seh ich erstmal wie schön sich das Leben an sich anfühlen kann. Wenn man keine Schmerzen im Oberbauch mehr hat, wenn man nicht das Gefühl hat nach dem Essen man schiebt einen kleinen Elefanten im Bauch vor sich her und das obwohl es doch nur Kartoffeln gab.

Ich hab meiner Familie davon erzählt und die reagieren mit: JA ABER MEIN Fertigquark und meine Brötchen und meine NUDELN. Da kann ich erklären soviel ich will, wenn man nicht gewillt ist auf etwas zu verzichten klappt es halt nicht. Ist halt schon kurios, dass lieber auf Schokolade, als auf Nudeln verzichtet wird. Und dann fragen mich alle: was darfste denn dann überhaupt noch essen? Und ich:

ALLES!!!

Dürfen darf ich alles, aber ich halte mich halt an die Gewichtung! Und fühl mich gut dabei. Wer das nicht ausprobiert und durchhält, mal einfach einen Monat, der wird nie merken wieviel besser es einem damit geht.

Mir ging es wie Kakaomandel beschrieben hat: Ich wollte mit dem Auto zurück zur Natur. Nun nehm ich den Besen :hexe: Und ihr Lieben? Es fühlt sich super an. Kräuter wachsen bei mir auf Balkon und Fensterbank, eine Mini Aubergine, Mini Gurke, zwei Birnen-Melonen wachsen fröhlich vor sich hin. und Ich hab noch etwas Platz für neues. Das alles aufm Balkon ohne endlos Garten! Es geht ALLES, wenn man will und sich bemüht!

Entschuldigt ich schweife bei dem Thema immer ab.

Danke Kakaomandel für diesen tollen, ehrlichen Beitrag!

LG
Marina
:hexe:
[Bild: http://www.ketoforum.de/diaet-ticker/log...26269/.png]

“Health isn’t about being “perfect” with food or exercise or herbs. Health is about balancing those things with your desires. It’s about nourishing your spirit as well as your body.”
― Golda Poretsky

Miles Walked: 1
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#23
Kakaomandel,'index.php?page=Thread&postID=875021#post875021' schrieb:Ganz ehrlich: Es ist eine Frage des Leidensdruckes, und der ist bei manchen, nein, bei den meisten, einfach nicht da!!!!
Da sprichst Du mir aus der Seele! Ich war selbst - sagen wir mal rund 37 Jahre (vorher hat mich meine Mum ja vernünftig ernährt) - absolut resistent gegen jeden Hinweis auf ein "zu viel" an Zucker und natürlich in Zeiten von LowFat auch "zu viel" an Fett. Erst als meine Blutwerte auf einen beginnenden DM2 hinwiesen, hab ich endlich das Ruder herumgerissen...
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#24
Das ist kürzlich erschienen

Cardiovascular Effects of Intensive Lifestyle Intervention in Type 2 Diabetes

Die Autoren wollen nachweisen, dass die sog. Lifestyleintervention zwar einen gewissen Effekt auf HbA1c-Senkung und Gewicht hat, aber keinen auf Mortalität und Herz-Kreislauf-Ereignisse. Auch sinkt das LDL nicht. Das ist ja bekanntermaßen ein Marker für HK-Erkrankungen.
Die Lifestyleintervention bestand in kcal/d von 1200-1800 aber bei <30% Fett und >15% Protein + 175min Bewegung pro Woche. Müssen also dennoch um die 50% KH gewesen sein.

Dass es aber eine andere Art von Lifestyleintervention gibt mit weniger KH, die enorm VDL und die TG senken kann, wird hier überhaupt nicht erwähnt.... Solche Arbeietn führen einfach zu falschen Schlussfolgerungen Cursing

@NW haben Sie dazu etwas vergleichbares mit LC ?
Viele Grüße

Kakaomandel
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#25
@ Kakaomandel
Zitat:NW haben Sie dazu etwas vergleichbares mit LC ?
Nein - wurde bisher noch von niemandem finanziert!
Von Dr. Schätzler gibt es dazu einen schönen Kommentar im Springer-Portal für Ärzte!
Grüße,
NW
Zitat:Statt "Look AHEAD" besser erst einmal "Look back"?
Zunächst ist erfreulich, dass "Cardiovascular Effects of Intensive Lifestyle Intervention in Type 2 Diabetes - The Look AHEAD Research Group" vom NEJM in der Originalversion kostenfrei ins Internet gestellt wurde. Nachteilig ist jedoch, dass damit auch der naiv-unreflektierte und mangelhaft-erkenntnistheoretische Hintergrund der Studienautoren/-innen deutlich wird. Wie kann man denn 5.145 Patienten von 2001 bis 2004 mit Typ-2-Diabetes mellitus (T2Dm) einschreiben, die damals schon zwischen 45 und 75 Jahre alt waren, einen BMI von 25 und mehr, bzw. 27 und mehr bei Insulinpflicht hatten und einen HbA1c von bis zu 11,0 (!) aufwiesen? ["(BMI) of 25.0 or more (27.0 or greater in patients taking insulin); a glycated hemoglobin level of 11% or less; ..."From August 2001 through April 2004, a total of 5145 patients"]. Und gutgläubig erwarten, dass nach durchschnittlich 9,6 Jahren bis zum Studienabbruch sich bei "intensiver Lebensstil-Intervention" ["intensive lifestyle intervention"] gegenüber konventionell-optimierter Diabetes-Therapie ["diabetes support and education"] ausgerechnet die pathophysiologischen E n d s t r e c k e n mit kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität verbessern könnten? ["stopped on September 14, 2012, the median follow-up was 9.6 years"]. In Selbst-Überschätzung hatte man bei einer Simulationsrechnung mit 80 prozentiger Wahrscheinlichkeit mit bis zu 18 Prozent Verbesserung bei den Endpunkten in der Interventionsgruppe gerechnet. ["that an enrollment of 5000 patients would provide a power of more than 80% to detect a between-group difference of 18% in the rate of major cardiovascular events"]. Auch wenn die durchschnittliche Diabetes-Dauer v o r Einschreibung nur 5 Jahre betragen, das Durchschnittsalter bei 58,7 gelegen, der mittlere BMI 36 ergeben bzw. der Frauenanteil bei 60 Prozent gelegen hatten, und der Studien "drop-out" unter 4 Prozent betrug, wurde n i c h t berücksichtigt, dass die Anlagen zu T2Dm in Form des metabolischen Syndroms mit Insulinresistenz, Hypertonie, Bewegungsmangel, Fehlernährung und Übergewicht pathophysiologisch schon lange v o r h e r kardiovaskulär negativ eingewirkt hatten. ["average age was 58.7 years, 60% of the patients were women, and the mean body-mass index was 36.0. The median duration of diabetes was 5 years ...and less than 4% of all patients randomly assigned to a study group had been lost to follow-up."]. In diesem Kontext bleibt der Effekt von 6 Prozent Gewichtsverlust (Interventionsgruppe) und 3,5 Prozent (Kontrollgruppe) zwar signifikant aber dennoch marginal. ["When the study ended, the mean weight loss from baseline was 6.0% in the intervention group and 3.5% in the control group."] Selbst 100 kg "Leichtgewichte", aus dem Intensiv-Arm dieser Studie auf 94 kg "abgemagert", könnten doch beim besten Willen n i c h t gegen die auf nur 96,5 kg "abgespeckten" Frauen und Männer der T2Dm Vergleichsgruppe bezüglich des kardiovaskulären Risikos in irgendeiner Weise punkten. Mein persönliches Fazit aus dieser Studie: Ein Unterschied von wenigen Kilos nach einem langwierigen, intensiven Versuch einer Lebensstiländerung, der im BMI ausgedrückt, etwa einen e i n z i g e n BMI-Punkt ausmacht, mag zwar signifikant sein, ist aber klinisch keineswegs relevant. Reduktion von kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität bei unseren Typ-2-Diabetikern erfordert m e h r als nur "soft-skills" einer Lebensstil-Intervention: Hier sind z u s ä t z l i c h e differenzierte antidiabetische Medikation, Schulung bzw. multidimensionale Diagnose und Therapie von Begleiterkrankungen oder spezifischen Risikomerkmalen erforderlich. Dies hat offensichtlich bei dieser Studie in b e i d e n Behandlungsarmen stattgefunden, wurde aber bei der Ergebnisdiskussion fast vergessen. Trotz alledem bleibt Diabetes als Zivilisationskrankheit jetzt und in Zukunft d i e große Herausforderung. Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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