Diabetes in Deutschland
#31
@ Jürgen
Ich machs kurz weil ich jetzt zum Sport gehe. Klar ist noch viel Luft nach oben. Ich bin aber überzeugt, dass die Diabetologie in Deutschland ziemlich gut ist. Ich habe in den Jahren, wo ich jetzt bissle mehr "zu sagen habe, und man mich auch fragt" gelernt, dass sogar alle am Tisch eigentlich das gleiche wollen aber es scheitert an dem Finden eines gemeinsamen Nenners. Da jeder, auf seinem Fachgebietswissen, (Wort gibt es nicht, weiss ich) natürlich davon, was er/sie sagt voll überzeugt ist. Sonst würde man nicht zusammensitzen und "etwas" für die breite Masse versuchen zu finden. Es gibt ja mittlerweile wirklich Treffen, wo nur Menschen sitzen die auf ihrem Gebiet spezielles Wissen haben. Und selbst da einen Konsens zu finden ist schwer. Ich finde es aber gut, was wir in 20 Jahren erreicht haben! Das muss man auch mal sagen! :-) NW hat einfach ordentlich Bumms in die Reihen gehauen! Gut so! Ist doch super wenn sich Engagement rentiert :-) Ich habe auch viel Unsinn geschrieben, war aber ebenso davon überzeugt ;-)
So lange man Wünsche hat, kann man sich immer ein neues Ziel setzen!
Quelle: Irgendwo gelesen und für gut befunden!
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#32
Ich finde es toll, wie Ihr Euch äußert und uns immer wieder mitreißt.
Dein Buch, Katti, habe ich schon sehr oft ausgeliehen, zum Kauf animiert und auch das Rote vom Cheffe dient immer wieder als Aktionshilfe bei meinen "Schäfchen".
Und über Deine Zeilen, Jürgen, muss ich auch immer und immer wieder nachdenken.

Aber genauso häufig über Karonik und Nette und Ruth und Gaby und und und...ich will keinen außen vor lassen, aber es sind so viele tolle Menschen hier
  Girl_witch 

Viele Grüße
Jetztaber

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!
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#33
Katti,'https://forum.nicolai-worm.de/index.php/Thread/24873-Diabetes-in-Deutschland/?postID=1398352#post1398352 schrieb:Ich bin aber überzeugt, dass die Diabetologie in Deutschland ziemlich gut ist.
Ich teile Deine Überzeugung. Allerdings uneingeschränkt nur für T1, aber der setzt mit seiner Behandlung nach wie vor auch in D den Maßstab auch für die ordentliche T2 Behandlung. Und aus der Sicht ist der Bereich des Prädiabetes der Bereich der sehr scharfen und sehr guten und guten Einstellung und ohne jede Notwendigkeit, daran etwas zu verbessern. Auch die Diagnose-Grenzwerte liegen noch mitten im guten Bereich. Und wenn es gelingt, den T2 mit Wenigeressen und Mehrbewegen womöglich gar noch längere Zeit ohne Medikation in diesem Bereich zu halten, ist das eben aus T1 Sicht ein absolut voller Behandlungserfolg.

Warum nicht gleichermaßen auch aus T2 Sicht?
Im Grunde hat da schon die erste Nurses-Study-Auswertung - also vor urdenklichen Zeiten - einen deutlichen Hinweis gegeben: je höher im guten T1-Behandlungsbereich, desto kürzer die Zeit bis zur T2 Diagnosereife. Damals noch einfach Schicksal, dem die Betroffenen halt mit Wenigeressen und Mehrbewegen bestenfalls noch ein paar Jahre ohne Medis abgewinnen konnten. Aber eine progrediente Krankheit lässt sich nun mal auf die Dauer nicht ohne Medis aufhalten.

Die zwingende Progredienz der Krankheit stellten zuerst die zunehmend nach hunderten und bald nach tausenden zählenden Erfahrungen mit den bariatrischen OPs bei echten T2 Schwergewichten infrage: Immer um ne Woche danach die plötzliche weitgehende bis völlige Normalisierung des BZ, lange bevor überhaupt messbar Kilos abgeschmolzen waren. Und nach Prof. Taylors unblutigem VLCD Erfolg und seinen vielen Messreihen war spätestens klar, das der T2 in der Hauptsache und zuerst durch eine zu große Glukose-Ausgabe aus der Leber gekennzeichnet ist und nicht durch eine zu geringe Glukose-Aufnahme der peripheren Zellen oder durch irgendwie unwirksames eigenes Insulin. Denn sehr viel weniger davon tat/tut da plötzlich um ne Woche nach OP/VLCD seinen ganz normal gesunden Dienst.

Wiewohl an der Insulin-Geschichte schon etwas mehr dran ist und eigentlich schon vor Taylor umfassend bekannt war und längst zum Umdenken der T2 Behandlung in der Diabetologie hätte Anlass geben müssen. Denn mit zunehmend ansteigendem BZ geben T2-geschädigte Beta-Zellen schon im gesunden Bereich und darüber natürlich verstärkt immer mehr von ihrer Produktion ungeteilt als Proinsulin aus und erhöhen sich damit sogar noch einmal selbst kräftig ihren Druck. Denn Proinsulin hat nur 10% von der BZ-Wirkung vom ordentlich in C-Peptid und Insulin geteilten. D.h. jedes ungeteilt ausgegebene Proinsulin-Molekül fordert sofort weiteres Insulin an, weil es den BZ ja praktisch nicht senken kann, und da dann eben mal nicht nur 1 sondern 9 weitere, wenn die alle ungeteilt ausgegeben werden, wo normal geteilt statt der 10 nur 1 einziges reichen würde.

Und noch etwas weiß die Diabetologie seit mehr als 20 Jahren: Proinsulin hat zwar nur 10% der normalen BZ-Wirkung, aber VOLLE 100% FETT-WIRKUNG! Also möglichst kein Fett zur Vebrennung frei geben und möglichst alle Energie, die gerade nicht verbraucht wird, in Form von Fett speichern.
Doch ja, schon bei völlig gesundem BZ ist ein werdender T2 an etwas Proinsulin in seinem Blut zu erkennen. Aber weniger geht halt nicht, nur jede Menge mehr. Und so können wir getrost davon ausgehen, dass die Betroffenen in ihren Jahren im prädiabetischen = für T1 super Einstell-Bereich mit immer mehr Proinsulin perfide (der Arzt sagt ja, alles ok) insulinmastmäßig jede Menge von den Kilos sammeln müssen, die ihnen spätestens mit ihrer Ernennung zum T2 als angefressen und angesessen zur selbst verschuldeten Last gelegt werden.

Du weißt, https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd42264...6f0cde.pdf ist ein seit vielen Jahren bewährtes Konzept und wäre ein solider Kern einer guten T2 Diabetologie. Aber würde die bislang T1 dominierte voll auf den Kopf stellen (upend - stelle ich mir da gerne bildlich vor Wink
Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
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#34
Bitte, bitte: Wenn schon Bashing, dann das System! Also den großen Zusammenhang, der den Ärzten unsere Behandlung auch dann weitgehend vorgibt, wenn draußen drauf immer noch steht, dass der Arzt aber die Therapiehoheit habe. Der hat davon jeden Tag weniger, schon ganz einfach deswegen, weil er heute pro Tag Hausnummer doppelt so viele Patienten behandeln muss, wie vor 10 Jahren, wenn seine Praxis auf dem selben Niveau funktionieren soll. Weil Einzelpraxen immer unwirtschaftlicher werden, haben wir die Entwicklung zu Gemeinschaftspraxen und Ärztezentren. Und da haben wir dann nicht mehr unseren vertrauten Arzt, sondern nur noch immer den, der gerade Dienst hat. Und der kann sich praktisch nur noch nach seinen Vorschriften richten.

Wahrscheinlich auch NW und vor allem mir geht es in diesem Fred darum, dass dieses System nicht weit abgehoben über uns schwebt, sondern in seiner Art zu schweben direkt von Fachleuten gesteuert wird, also von der Fachärzteschaft. Und da auch nicht von jedem vor Ort, sondern von denen, die sich an die entsprechenden Tische einladen lassen.
Und mir geht es in der Diskussion mit Katti um den gewaltigen Paradigmenwechsel beim Typ 2, der in den letzten 10 Jahren zwar in immer mehr tausend Einzelfällen immer häufiger stattfindet, aber auch in der aktuellsten Darstellung der Diabetologie in D noch nicht einmal erwähnt wird.
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#35
hjt_Jürgen,'https://forum.nicolai-worm.de/index.php/Thread/24873-Diabetes-in-Deutschland/?postID=1398477#post1398477 schrieb:Und mir geht es in der Diskussion mit Katti um den gewaltigen Paradigmenwechsel beim Typ 2, der in den letzten 10 Jahren zwar in immer mehr tausend Einzelfällen immer häufiger stattfindet, aber auch in der aktuellsten Darstellung der Diabetologie in D noch nicht einmal erwähnt wird.
Mir geht es um diesen gewaltigen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen.
Wer sich als Patient nicht selber informiert und sich dann einbringt wird auf der Strecke bleiben.

Mit meiner Diagnose Diabetes T2 habe ich es selber gemacht und meine Ernährung verändert .... vom Arzt kam da nur ein Faltblatt. Mein erstes Messgerät habe ich mir selber besorgt und die Teststreifen (ich messe immer noch unregelmäßig) bezahle ich auch seit zwei Jahren immer noch selber. Das rote Buch "G nd S" habe ich mir gekauft und durchgearbeitet und danach gelebt. Danke an LOGI und NW. Meine Dia-Schulung habe ich angeschoben.

Mein Arzt hat meine Eigeninitiative nicht aktiv behindert, aktiv unterstützt aber auch nicht. Ich selber musste es ansprechen, haben wollen und dann durchziehen.
Mein erster Langzeit-BZ war 6,6, mein zweiter 5,9, danach alle 3 Monate um die 5,3 . Mit 6,6 wäre mein DOC heute noch hochzufrieden, ich mit meinen 5,3 . Ich habe fast 16 KG abgenommen, alleine.

Wer sich als Patient nicht selber informiert und sich dann einbringt wird auf der Strecke bleiben.
Wie ich feststellen musste, gilt diese Aussage für viele Ärzte und Krankheitsbilder. Der medizinische Fortschritt wird vielfach durch das wirtschaftlich Handeln der Arztpraxen erfolgreich blockiert.

Bernd
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#36
@Sternennacht

Hier geht es nicht darum, was sich jemand mit ausreichend Aufnahmefähigkeit und Bereitschaft aus dem Netz zum T2 zusammensuchen kann, sondern darum, was Fachärzteschaft und Facharzt ihm zu und mit der Diagnose und Behandlung vermitteln.

Was ist da wohl motivierender für den eigenen Einsatz?

Die progrediente Krankheit mit der progredienten Behandlung mit immer mehr Medi und schließlich Insulin,

oder die Möglichkeit der Remission mit dem völlig gesunden Blutzucker völlig ohne Medis allein mit der persönlich passenden Auswahl und Portionierung vom Essen und dem persönlich passenden Einsatz von Bewegung?
Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
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#37
hjt_Jürgen,'https://forum.nicolai-worm.de/index.php/Thread/24873-Diabetes-in-Deutschland/?postID=1398566#post1398566 schrieb:oder die Möglichkeit der Remission mit dem völlig gesunden Blutzucker völlig ohne Medis allein mit der persönlich passenden Auswahl und Portionierung vom Essen und dem persönlich passenden Einsatz von Bewegung?
So kann es funktionieren. Mit dem richtigen Kampfgeist, Ausdauer und Glück habe ich es geschafft. Nur ohne LOGI und diesem Forum hätte ich nicht gewusst, wie ich es ohne Medis hätte schaffen können.

Bernd
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#38
hjt_Jürgen,'https://forum.nicolai-worm.de/index.php/Thread/24873-Diabetes-in-Deutschland/?postID=1398115#post1398115 schrieb:Es gibt längst 100.000und mehr Fälle in D, in denen Menschen mit Typ 2 in den letzten 10 Jahren die vollständige Remission gelungen ist und gelingt, obwohl nur wenige Ärzte dazu anleiten.
Wenn ich es richtig verstanden habe, soll ich eine Remission haben. Dann bin ich hier voll im Thema. Bisher habe ich hier im Fred zwei oder drei R-Fälle gezählt liebe Liene.

Bernd
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#39
Ok ! Ich räume jetzt mal auf und erstelle einen neuen Thread. Weiter gehts mit den OT´s in "gute Ätzte, schlechtere Ärzte, persönliche Meinungen" auf dem Spielplatz

Danke!
So lange man Wünsche hat, kann man sich immer ein neues Ziel setzen!
Quelle: Irgendwo gelesen und für gut befunden!
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#40
Katti,'https://forum.nicolai-worm.de/index.php/Thread/24873-Diabetes-in-Deutschland/?postID=1398280#post1398280 schrieb:du erwartest von einem Arzt, dass er jeden Einzelnen so behandelt wie du deine Hunde-Oma? Vergiss es.
Hättest Du auch solche Zeit-Bedenken, wenn 10 solche Remissionen nur so viel davon brauchten, wie konventionell 1 T2?
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